Branchen

CEE-Raum erholt sich

Freitag, 8.7.11, Gerhard Rodler

Privater Konsum springt wieder an

 

Die osteuropäischen Haushalte können wieder etwas aufatmen – und damit auch alle internationale Unternehmen, die stark im CEE-Raum engagiert sind. Das vergangene Jahr brachte eine Erholung der privaten Konsumausgaben in den meisten CEE-Ländern. Zumindest wenn man die Inflation nicht berücksichtigt.

Sieht man sich die realen Zuwächse an, war es für viele Konsumenten im osteuropäischen Raum kein Plus. Die Trendwende ist jedoch geschafft und auch für 2011 sind die Aussichten optimistisch. Das geht aus einer RegioData-Studie hervor.

In den meisten osteuropäischen Ländern konnten die privaten Konsumausgaben 2010 (gemessen in der jeweiligen Landeswährung) wieder nominell steigen.

Vorneweg ist das krisenresistente Polen mit einem Plus von 5 Prozent, gefolgt von der Ukraine, Slowakei und Tschechien. Von 11 untersuchten Ländern gingen die privaten Konsumausgaben nominell nur in Kroatien (-0,7 Prozent) zurück. Allerdings werden die Zuwächse teilweise durch Teuerung wieder aufgefressen. Zwar lässt der Aufschwung in Kroatien noch auf sich warten, jedoch befindet sich das Land jetzt schon auf einem höheren Wohlstandsniveau als etwa Rumänien oder Bulgarien. Während einem kroatischen Haushalt rund 11.700 Euro jährlich für den privaten Konsum zur Verfügung stehen, haben rumänische Haushalte nur rund 8.070 und bulgarische nur circa 5.440 Euro verfügbar.

Der Konsumausgabenanteil, der für Ernährung, Wohnung, Energie und Transport aufgewendet wird, ist in manchen Ländern noch immer sehr hoch, nimmt jedoch im Laufe der Zeit immer mehr ab. Musste beispielsweise ein kroatischer Haushalt vor rund 10 Jahren über 40 Prozent der privaten Konsumausgaben für Ernährung aufbringen, so sind es heute nur mehr 32 Prozent.

Mit dem grünen Licht, das Kroatien von der EU-Kommission bekommen hat, soll das Land der mehr als 1.200 Inseln ab 2013 Mitglied der Europäischen Union werden. Kroatien hat zwar momentan mit einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld zu kämpfen: Die Arbeitslosigkeit ist aktuell auf über 14 Prozent geklettert und die privaten Konsumausgaben sind im vergangenen Jahr real betrachtet zurückgegangen (-1,7 Prozent in Landeswährung). Auch die BIP-Wachstumsprognose von rund 1,5 Prozent für 2011 ist mager.

Kroatien weist aber jetzt schon ein deutlich stärkeres Wohlstandsniveau als die jüngsten EU-Mitgliedsstaaten Rumänien und Bulgarien auf.

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