Branchen

Immobilienmärkte in Deutschland & Frankreich auf Überholspur

Dienstag, 13.12.11, Gerhard Rodler

Die europäischen gewerblichen Immobilienmärkte bekommen im Jahr 2012 die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise unterschiedlich zu spüren. Eine schwächere Mietnachfrage, steigende Nettoanfangsrenditen und engere Finanzierungsbedingungen werden Nachfrage und Aktivitätsvolumen auf den Immobilienmärkten begrenzen.
So gut wie alle aktuellen Immobilienprognosen der großen institutionellen Investoren (wie Deka, Union Investment) gehen von einem durchaus schwierigen Jahr 2012 aus: Während sich die nordeuropäischen Kernmärkte wie zum Beispiel Deutschland und Frankreich noch relativ robust zeigen, fallen die Prognosen für die Märkte in Südeuropa wie zum Beispiel Italien und Spanien deutlich pessimistischer aus.

Für das Jahr 2012 rechnet beispielsweise die DekaBank mit einer Stagnation der deutschen Büromieten. Zwischen 2013 und 2016 sollten leichte Anstiege um durchschnittlich 2,5 Prozent pro Jahr erfolgen. In Spanien hingegen erwartet man übereinstimmend eine Abnahme des Bruttoinlandsprodukts von 0,4 Prozent im Jahr 2012 und einen Anstieg von 1,2 Prozent im Jahr 2013. Die Büromieten sollten 2012 um 4,5 Prozent und im darauf folgenden Jahr um 2 Prozent zurückgehen. Einen Anstieg bei den Büromieten erwartet die Branche erst wieder im Jahr 2014.
 Zug um Zug dürften damit aller Voraussicht nach auch die Immobilienpreise im Bürobereich (nicht bei Retail und Sonderimmobilien, da ist sogar ein gegenteiliger Trend prognostiziert) sinken, die Anfangsrenditen damit also wieder steigen. Das freilich bei anhaltend starker Nachfrage auf den nordeuropäischen Kernmärkten. Lediglich für Großbritannien erwartet man aktuell eher einen Rückzug der internationalen Investoren und damit einen noch deutlicheren Preisrückgang.

Für Frankreich und Deutschland wird indessen ein vergleichsweise moderater Anstieg der Nettoanfangsrenditen von durchschnittlich rund 20 Basispunkten im Jahr 2012 und 30 Basispunkten im Jahr 2013 erwartet. In der südlichen Peripherie der Eurozone können sich Investoren auf Nettoanfangsrenditen einstellen, die rund 60 bis 80 Basispunkte über dem langfristigen Durchschnitt von 2001 bis 2010 liegen. In dieser Bandbreite könnte sich auch Großbritannien aufgrund des aktuellen Abkoppelns vom Euro-Raum wiederfinden.

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