Das Füllen der bestehenden Leerständen in den Wiener Büroobjekten der Immofinanz, wie ebenso auch aller anderen Anbieter, dürfte auf absehbare Zeit ein schwieriges Unterfangen bleiben. Immofinanz-CEO Eduard Zehetner registriert derzeit eine recht verhaltene Nachfrage nach neuen Büroflächen, was er naturgemäß mit der aktuell ungünstigen konjunkturelle gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zurück führt. Er rechnet auch nicht damit, dass sich dies in absehbarer Zeit deutlich ändern würde. Deutlich positiv gestimmt ist Zehetner indessen bei der Assetklasse der Shoppingimmobilien. Hier sei die Vermietung nach wie vor kein Problem. Dieser Markttrend würde auch der Immofinanz zugute kommen, die bei Retailimmobilien derzeit recht erfolgreich unterwegs ist. Erst kürzlich wurden ja mehrerer größere Shoppingcenters in CEE sowie in Südosteuropa eröffnet. Diese Eigenentwicklungen der Immofinanz wurden trotz allgemeiner Krise durchgezogen und starteten jeweils mit einer nahezu vollen Vermietung. Fakt ist, dass die Immofinanz derzeit als Investor auf die Käuferseite auf absehbaren Zeitraum nicht mehr zurück kehren wird. Im Gegenteil: Das Abverkaufsprogramm des eigenen Immobilienbestandes soll vorerst weiter mit voller Kraft vorangetrieben werden. Wie von Immoflash schon mehrfach berichtet geht es hier vor allem um eine Art Portfoliobereinigung. So will sich die Immofinanz künftig auf klar definierte Märkte – sowohl was die Assetklassen als auch was die regionale Verteilung betrifft – konzentrieren. Diese Immobilien-Verkaufsaktivitäten dürften noch bis Anfang/Mitte 2015 andauern. Und das alles in einem durchaus hohen Volumen. Pro Quartal plant die Immofinanz mit Mittelzuflüssen von rund 250 Millionen Euro aus diesem Portfolio-Bereinigungsprogramm. Die so hereinkommende Liquidität soll vorwiegend in eigene Projektentwicklungen gepumpt werden und eben nicht für Ankäufe fertiger Projekte dienen. Dies ist insofern eine Strategieänderung, als Zehetner bei seinem Amtsantritt in einem Interview mit dem Immobilien Magazin als neue Stoßrichtung ausgegeben hatte, dass man sich auf das Investment konzentrieren wolle – weil das auch von den Anlegern so erwartet werde. Nun wird das wesentlich ertragreichere, grundsätzlich naturgemäß aber mit etwas höherem Risiko verbundene Developmentgeschäft offenbar wieder verstärkt vorangetrieben.
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