Wären die österreichischen Immobilien-Aktiengesellschaften nicht überwiegend in Streubesitz (nach wie vor meist von Kleinanlegern), sondern jeweils im Besitz von einem oder maximal einer Handvoll Unternehmern, dann wäre das alle gut und schön: Weil die Kapitalquellen über den Weg von Ausgaben junger Aktien aufgrund der nach wie vor dafür zu niedrigen Kurse (und wohl auch der anhaltenden Vorsicht der Anleger gegenüber Immobilienaktien) nicht, oder zumindest noch nicht, anzapfbar sind, haben de facto alle große Immobilien-AGs einen Kurswechsel vollführt.
Sie wurden von der ursprünglich reinen Veranlagungsgesellschaft in Immobilien zu Immobilienentwicklern. Die hier erzielten Erträge kompensieren zu einem guten Teil nicht realisierbare Kapitalerhöhungen. Und weil an der Spitze der Gesellschaften durch die Bank Top-Leute (überwiegend mit langjähriger Erfahrung) sitzen, kann man auch davon ausgehen, dass die Developments überwiegend (zumindest langfristig) erfolgreich sein werden.
Der Punkt ist nur: Jahrzehntelang wurde den Anlegern etwas ganz anderes verkauft, nämlich eine biedere Investmentgesellschaft, die im Idealfall extrem risikoavers agiert.
Davon kann freilich keine Rede mehr sein, wenn man schwerpunktmäßig als Developer agiert.



