Die Polen sollen ein Prozent ihrer Steuerabgaben an eine Kirche abführen können. Das schlug der Generalsekretär der nationalen Bischofskonferenz, der Lubliner Erzbischof Stanislaw Budzik, im Gespräch mit der Katholischen Nachrichtenagentur KAI vor. Im Gegenzug soll der umstrittene staatliche Kirchenfonds, den der Bischof als "postkommunistisches Relikt" bezeichnete, aufgelöst werden. Der Vorschlag ist offenbar mit anderen Bischöfen abgestimmt. Der von der kommunistischen Regierung 1950 gegründete Kirchenfonds sollte ursprünglich mit Erträgen aus den verstaatlichten Kirchengütern versorgt werden und dann verhältnismäßig zum Wert der beschlagnahmten Immobilien unter den Kirchen verteilt werden. Das geschah aber nicht. Der Fonds wird aus dem Staatsbudget finanziert. Die Zuschüsse daraus an die Kirchen betrugen zuletzt rund 100 Millionen Zloty (23,1 Millionen Euro) pro Jahr.
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