Die Wiener Immobilienfirma Kallco war – und bleibt – immer für Überraschungen gut. Viele Innovationen hat Immobilienmeister und Cäsar Winfried Kallinger am Wiener Markt auf die Reise gebracht – und wollte sich an sich Schritt für Schritt aus dem operativen Tagesgeschäft zurückziehen. Zug um Zug wurde Kallco-Geschäftsführer Klaus Wolfinger immer mehr Verantwortungen übertragen – und auch Unternehmensanteile. Aktuell hält Wolfinger 18 Prozent an der Kallco. Noch. Denn Wolfinger legte für die Branche eher überraschend seine Geschäftsführungsagenden zurück und wird nun auch seine Unternehmensanteile wieder abtreten. Er wird sich die nächsten Monate verstärkt um seine junge Familie kümmern und erst nach einer voraussichtlich halbjährigen Auszeit wieder in den Job zurückkehren, so die Begründung. Unternehmensgründer und Geschäftsführer Winfried Kallinger wird die operativen Agenden vorerst von Wolfinger übernehmen, plant aber – nach wie vor – sich in den nächsten zwei bis drei Jahren wieder schrittweise zurück zu ziehen. Kallinger: „Wir trennen uns im besten Einvernehmen.“ Dafür kommt Immobilien-Unternehmer und Architekt Thomas Kreiner als neuer Gesellschafter zu Kallco. Er wird zunächst 25 % der Gesellschaftsanteile halten (wovon 18 % direkt von Wolfinger kommen dürften). „Mit Option auf weitere Anteile“, so Kallinger. Mit einer wirtschaftlichen Schieflage hat das alles freilich nichts zu tun: „Im Gegenteil, wir erwarten 2012 das mit Abstand beste Geschäftsjahr in der Unternehmensgeschichte. Wir haben aktuell 30.000 Quadratmeter Nutzfläche in Bau, die in den nächsten zweieinhalb Jahren auf den Markt kommen. Allein 2011 haben wir ein Bauvolumen von 40 Millionen Euro vergeben.“ Hochgerechnet sollten dabei Erträge im Ausmaß von sechs bis neun Millionen Euro in den nächsten 30 Monaten in der Kasse verbleiben.
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