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Preise stagnieren auf hohem Niveau

2014 war ein gutes Jahr für den Immobilienmarkt

Autor: Gerhard Rodler

Auch im europäischen Vergleich steht der Österreichische Immobilienmarkt nach wie vor gut da. 2014 wechselten österreichweit rund 10 Prozent mehr Immobilien (hinsichtlich Anzahl als auch Volumen) den Eigentümer als im Vorjahresvergleichszeitraum. In Wien wurden sogar rund 20 Prozent mehr Wohnimmobilien (Eigentumswohnungen, Reihenhäuser und Einfamilienhäuser) verbüchert als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Jetzt zeichnet sich aber ein Abflachen der Preisanstiege ab. Diese ungewöhnlich starken Preisanstiege in den Jahren 2011-2013 werden nicht mehr zu verzeichnen sein, so die ÖVI - Marktexperten. „Die Hochphase ist vorbei. 2015 blicken wir zuversichtlich, aber einer deutlich gemäßigteren Entwicklung, entgegen“, so Sandra Bauernfeind, ÖVI Maklersprecherin. „Käufer prüfen heute wieder genauer, was sie zu welchem Preis erwerben“. Auch die Österreichische Nationalbank vermeldet einen Rückgang des Preisauftriebs - ein Trend, der sowohl in Wien als auch in den Bundesländern zu beobachten ist. Im Jahresabstand schwächt sich der Preisanstieg in Österreich auf 2,5 Prozent ab (in Wien mit 2,2 Prozent). Allerdings: „Mit einem Fallen der Preise ist weiterhin nicht zu rechnen“, so Andreas Wollein, ÖVI Vorstand. Vor allem in den wachsenden urbanen Ballungsräumen ist eine Preisentwicklung nach unten auch in absehbarer Zukunft nicht zu erwarten, da hier die Immobilienmärkte weiterhin von wichtigen Faktoren unter Druck gesetzt werden: die Stadt Wien rechnet mit einem Bevölkerungswachstum von ca. 10 Prozent bis zum Jahr 2024. Es gibt auch Prognosen, die das Wachstum noch dynamischer einschätzen. Ausgehend von den Wohnungsbedarfsprognosen sind in Wien jährlich rund 10.000 neue Wohnungen erforderlich. Das hohe Preisniveau am Eigentumsmarkt veranlasst potentielle Käufer vorübergehend auf den Mietwohnungsmarkt auszuweichen. Die Entwicklung der Mieten wurde jedoch nicht annähernd von der Preisdynamik am Eigentumsmarkt erfasst. „Der Wohnungsmarkt für Mietwohnungen zeigt kaum Veränderungen. Eine Preissteigerung der Nettomieten ist, anders als oft behauptet wird, nicht generell zu erkennen“, so Bauernfeind. Die Angebotsmieten liegen im Durchschnitt für gut ausgestattete Wohnungen zwischen 7 und 10 Euro/m² (netto, ohne BK), bei Erstbezugswohnungen durchschnittlich zwischen 9 und 12 Euro/m². Nicht nur Käufer, sondern auch Mieter sind sehr anspruchsvoll geworden. Für komplette und qualitativ höhere Oberflächen- und Ausstattungsmerkmale ist der Kunde auch bereit mehr zu zahlen.