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ÖVI mit Regierung im Clinch

Kritik an Steuerreform bei Jahrespressekonferenz

Autor: Charles Steiner

Auf dem Weg ins Cafe Landtmann prangt auf der SPÖ-Zentrale eine Leuchttafel, die den Wählern mit grellen Lettern die Steuerreform anpreist. Just diese ist dem Österreichischen Verband der Immobilienwirtschaft (ÖVI) ein Dorn im Auge. Bei der Jahrespressekonferenz im genannten Cafe fielen diesbezüglich jedenfalls harte Worte. So sei die Wohnpolitik, die auf leistbares Wohnen abziele, "ein Rohrkrepierer", wie ÖVI-Präsident Georg Flödl harsch ausdrückt. "Alle fordern leistbares Wohnen, die Wohnungen in Wien werden knapp – dennoch hat die Politik mit der Steuerreform jegliche Attraktivität für Investitionen genommen", so Flödl, der meint, dass diese Reform ein "plumper Abtausch zwischen SPÖ und ÖVP" sei.

ÖVI-Geschäftsführer Anton Holzapfel: "Es ist zwar schön, dass die Leute mit 1. Jänner mehr im Börsel haben, das muss aber von wo kommen. In dem Fall von der Immobilienwirtschaft. Die kann ja nicht weglaufen." "Giftzähne" gebe es für Holzapfel reichlich: die Erhöhung des Grundanteils bei der AfA, die Grunderwerbssteuer, deren Gesetzestext noch gar nicht veröffentlicht wurde und bei der der Grundstückswert nicht nachvollziehbar und auch nicht ohne professionelle Hilfe zu ermitteln ist, der WGG-Entwurf, der erst heute (!) Mittwoch im Parlament behandelt wird.

ÖVI-Maklersprecherin Sandra Bauernfeind (EHL Immobilien) will, dass, angesichts der 10.000 pro Jahr benötigten Wohnungen in Wien Baurechte vergeben werden, um Grundstücke, die nicht verkauft werden sollen, dennoch bebauen zu können. „Und weniger Gebühren”, spricht Bauernfeind die Mietvertragsvergebührung an. Beschlossen wurde die Pressekonferenz mit einem Forderungskatalog. Dazu gehören Treffsicherheit bei sozialem Wohnbau, eine Einführung eines marktaffinen Mietzinsbildungssystems, Abschaffung des Befristungsabschlags bei Mietverträgen, Aufhebung des Lagezuschlagsverbots in den Wiener Gründerzeitvierteln. Flödl: "In einem Land der Mieter (Anm.: über 40 Prozent) müssen Investitionsanreize geschaffen werden."

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Kommentare

Erich Hauswirth | 09.12.2015 15:19

Insbesonders die Treff­si­cher­heit beim so­zia­lem Wohn­bau gehört neu geregelt! Denn ein Wohnungssuchender bekommt weder von der Gemeinde (Vormerkschein) noch von den Gemeinnützigen (auf Grund der hohen Eigenmittel) rasch und unbürokratisch eine Wohnung! Der Immobilieninvestor kann dafür aber nicht verantwortlich gemacht werden! Auch ist der soziale Wohnbau nicht GRATIS - es bezahlt nur ein Anderer!

Karl Fichtinger | 09.12.2015 13:11

Danke für die erfrischenden Worte - die ÖVP setzt bereits wieder zum LINKS überholen an...