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250 Milliarden für Immo-Sanierungen

EU-Kommission plant Sanierungsoffensive

Autor: Charles Steiner

Der Green Deal der Europäischen Union wird auch den Immobiliensektor massiv betreffen. Vor allem für Bestandshalter stehen hier größere Veränderungen an - und die könnten von der Sanierungsoffensive durchaus profitieren. Denn um die Klimaziele 2050 zu erreichen, müsste die Sanierungsquote in den kommenden zehn Jahren verdoppelt werden. Die EU geht nämlich davon aus, dass rund 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs durch Gebäude verursacht wird. Ein großer Brocken, will man wie geplant bis 2050 klimaneutral werden. In einem entsprechenden Strategiepapier kündigt jetzt die EU-Kommission einen Investitionsplan in der Höhe von 250 Milliarden Euro an, der für umfassende Sanierungs- und Energieeffizienzreformen in den Mitgliedstaaten aufgewendet werden soll. Und zwar pro Jahr. Dazu gehören unter anderem Mindeststandards für Energieeffizienz auch für Bestandsimmobilien sowie Verschärfungen im Zusammenhang mit Energieeffizienzzertifikaten.

Im Gegenzug soll es finanzielle Anreize für grüne Sanierungen geben, ebenso wie für den Einsatz digitaler Elemente und die Integration erneuerbarer Energien. Auch die Dekarbonisierung beim Heizen und Kühlen soll gefördert werden. Geplant ist weiters auch die Einführung digitaler Gebäudelogbücher.

Bis Juni des kommenden Jahres sollen durch die EU-Kommission die Energie- und Effizienzrichtlinien überarbeitet werden, bis Ende des kommenden Jahres sollen entsprechende Leitlinien formuliert werden. Bis Juni 2022 sollen dann Kriterien für ein umweltfreundliches Beschaffungswesen für öffentliche Gebäude entwickelt werden.

Chancen in dem Strategiepapier sieht Felix Neuwirther von Freshfields Bruckhaus Deringer für Besitzer von Bestandsimmobilien, die Bauwirtschaft sowie Vermögensverwalter - aber auch für Mieter. Die geplanten Verschärfungen könnte für jene, die entsprechend renovieren, einen Wettbewerbsvorteil bieten.