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Airbnb-Krise als Chance

Durch Einbruch könnte sich Wohnmarkt entspannen

Autor: Charles Steiner

Während Airbnb 2008 im Zuge der Finanzkrise als Gewinner hervorgegangen ist, könnte die Plattform für Kurzzeit- und Ferienwohnungen jetzt stark ins Hintertreffen geraten. Die der Corona-Pandemie geschuldeten starken Reisebeschränkungen und hier und dort sogar Ausgangssperren und daraus resultierenden massiven Stornierungen haben allein in Deutschland die Umsätze halbiert - und auch die angebotenen Wohnungen sind stark zurückgegangen. Laut dem Hoteldienstleister MRP Hotels zum Teil auch selbst verschuldet, denn vor allem die in den vergangenen Tagen von Airbnb verkündete Entscheidung, Gästen die Stornogebühren zwischen 14. März und 14. April komplett zu erlassen, habe zu Unmut bei den Vermietern gesorgt. Damit fallen diese komplett um jegliche Einnahmen um.

Martin Schaffer, Geschäftsführer und Partner von MRP hotels: „Die Stimmung bei Airbnb ist in jedem Fall längst nicht mehr so positiv, wie wir es von dem Startup gewohnt sind: Aufgrund der von dem Unternehmen ausbleibenden Stornogebühren empfinden einige der Vermieter einen “Vertrauensbruch„, sodass die Möglichkeit besteht, dass in Zukunft viele Airbnb-Hosts sich nach Alternativen umsehen und ihre Immobilie bald auf mehreren Websites gleichzeitig anbieten werden.“ Das hingegen könnte aber den unter Druck stehenden Wohnimmobilienmarkt entspannen, skizziert Schaffer das Beispiel Berlin: 2019 veröffentlichte Emperica, dass im Jahr 2018 rund 2.600 Wohnungen in Berlin als Wohneinheiten einzustufen waren, die der Hauptstadt wirklich Wohnraum entziehen. Dies entspricht rund 1,5 Prozent des zukünftigen Wohnungsneubaubedarfs.

Ein „Wohnraumentzug“ liege dann vor, wenn eine Kurzzeitvermietung gegenüber einer Langzeitvermietung rentabler ist. Es ist ein geringer, aber immerhin nicht unerheblicher Anteil an Wohnungen, die der sogenannten „Zweckentfremdung“ zugeordnet werden. Damit wären allerdings auch mehr - positive - Veränderungen für den Wohnungsmarkt möglich, als die aktuellen Regulierungen wie Mietendeckel erreicht hätten werden können. Außerdem könnte sich die Airbnb-Krise positiv auf den Hotelmarkt auswirken: “Wenn Airbnb Angebote zurückgehen, darüber hinaus Hotels bessere Konditionen mit Stornobedingungen etc. für den Gast bieten, die Raten sich zunächst einmal unter dem Normalniveau bewegen, könnten auch die Hotels von einem Rückgang der Airbnb Angebote profitieren", so Schaffer.

Außerdem gilt: Gemeinsam schaffen wir das!