Immobilien Magazin

Auf dieses Urteil kann man ruhig bauen

Wie viel ist meine Immobilie wert? Bei der Beantwortung dieser Kernfrage hilft ein Profi: Der Bewerter oder Gutachter.

Autor: Linda Kappel

Wer endlich seine Traumimmobilie gefunden hat, will wissen, ob der geforderte Kaufpreis angemessen ist - dies gilt umso mehr, je höher die Vorstellungen des Abgebers angesetzt sind. Aber auch der Verkäufer möchte wissen, ob sein angepeilter Preis in etwa den Marktgegebenheiten entspricht und erzielbar ist.

Ob bei Eigentumsübergang, bei Erbschaftsangelegenheiten, wenn man einen Hypothekarkredit aufnehmen möchte oder zur korrekten Erstellung einer Bilanz: Es ist gut und notwendig zu wissen wie viel die Immobilie, um die es geht, wert ist; denn alle künftigen Vertragsparteien stärken mit fundiertem Wissen darüber ihre Verhandlungsposition - die asymptotische ´Annäherung an ein faires Ergebnis führt zur Zufriedenheit bei allen.

Für die Wertermittlung gibt es definierte Kriterien und Gott sei Dank auch Menschen, die dies gerne tun: Wer gern mit Zahlen jongliert, ist hier goldrichtig. Ein Immobilienbewerter oder eine Immobilienbewerterin erstellt Verkehrswertberechnungen (Marktwert) für unbebaute und bebaute Grundstücke mit z.B. Standard-Einfamilienhäusern, Zweifamilienhäusern oder Doppel- und Reihenhäusern udgl. mehr.

Die Kenntnis von Liegenschaftswerten, insbesondere des Verkehrswertes, ist von zentraler Bedeutung in vielen Bereichen von Wirtschaft, Recht und Verwaltung, etwa im Banken- und Versicherungswesen, im Straf-, Zivil-, Erb- und Eherecht - insbesondere wenn es zu Auseinandersetzungen und Streitigkeiten kommt -, auch für den eventuellen Fall von Versteigerungen, Enteignungsentschädigungen oder Grundstücksumlegungen. Jeden Käufer oder Verkäufer von Objekten wird es interessieren, ob seine Entscheidung eine gute ist. Ein Gutachten eines Sachverständigen hilft dabei, eine gute Wahl zu treffen. Es ist daher auch im öffentlichen Interesse gelegen, dass es bundeseinheitliche Rechtsvorschriften wie das Liegenschaftsbewertungsgesetz gibt. Auch in der ÖNORM B 1802 finden sich bundesweit geltende Richtlinien zur Wertermittlung von Liegenschaften. Der Immobilienbewerter muss also nicht "freihändig" kalkulieren. Dabei gibt es unterschiedliche Wertermittlungsverfahren, etwa das Vergleichswert-, das Ertragswert- oder das Sachwertverfahren. Relevante Themen für die Bewertung sind nicht nur ortsübliche Daten und Preise, sondern auch Kenntnis des Wohnungseigentums- und Mietrecht, von Nutzwertproblematiken, des Bau- und Zivilrechts. Letztlich entscheidet auch die Bodenbeschaffenheit (z.B. ob eine Kontaminierung vorliegt oder nicht) über Wohl und Weh einer Liegenschaft. Bei fertigen oder entstehenden Bauvorhaben müssen oft auch Baumängel, Bauschäden oder ein Instandhaltungsrückstau berücksichtigt werden.