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ÖVI präsentiert Studie zu Leistbarem Wohnen

ÖVI fordert Nationalen Aktionsplan zum Thema "Wohnen"

Autor: Gerhard Rodler

Redaktion: Dietlind Kendler Kamera: Axel Wolf Bierbaum

Jetzt meldet sich der ÖVI - neuerlich - zur aktuellen Wohnrechtsdiskussion zu Wort. Diesmal mit einer extra in Auftrag gegebenen Studie. "Die Vehemenz und Ausdauer mit der eine Stimmung im Land erzeugt wird, die die Leistbarkeit des Wohnens in Frage stellt und gleichzeitig das Feindbild des privaten Wohnungsvermieters schürt, grenzt mittlerweile an Verantwortungslosigkeit", erklärt ÖVI Präsident Georg Flödl die Motivation für die Studie. In Österreich würden durchschnittlich 22 Prozent der Haushaltsausgaben für Wohnkosten (Miete und Eigentum) aufgewendet. Ein EU-weiter Vergleich zeigt, dass die Wohnkosten hierzulande sowohl unter dem EU-28 als auch dem EU-15 Schnitt liegen würden. Auch beschränkt auf die Kosten für Mietwohnungen liege Österreich unter dem EU-15 Schnitt. Die Ausgaben für Miete seien nur in Schweden niedriger. Auffallend sei, dass in Österreich die Wohnkosten für Alleinerziehende höher sind, während Single-Senioren-Haushalte vergleichsweise niedrige Wohnkosten haben.

Gerade für „ärmere“ Haushalte (Haushalte mit einem Einkommen von weniger als 60 Prozent des medianen Äquivalenzeinkommens) in Österreich sei der Anteil der Wohnkosten am verfügbaren Einkommen mit über 40 Prozent deutlich über dem Durchschnitt. Hier werfe sich die Frage auf, wieso dieser Wert trotz eines 60%igen Anteils an sozialem Wohnbau in Österreich überhaupt möglich sei. In Österreich gehören 51 Prozent der Mieter auf dem privaten Markt der Gruppe mit niedrigen Einkommen an, während 47 Prozent der Mieter aus der Gruppe des oberen Einkommens (>180% des Medianeinkommens) in einer Gemeinde- oder Genossenschaftswohnung leben.

Übrigens: Die Stadt Wien geht bei den Gemeindewohnungen alles andere als sozial ans Werk: Wegen eines Untermietverhältnisses wird jetzt eine Jungmutter ausgerechnet am Geburtstag delogiert, obwohl sie regelmäßig Miete gezahlt hat. Das berichtet jetzt eine Boulvardzeitung.

Die Studie „Leistbares Mieten - Leistbares Leben“ legt die Fehlentwicklung in der österreichischen Wohnpolitik offen, denen dringend entgegen gewirkt werden muss. Leistbares Wohnen kann in Zukunft nur durch ein komplexes Bündel an Maßnahmen gewährleistet werden. Der ÖVI fordert deshalb die Umsetzung folgender Punkte, denn nur durch ein nachhaltiges Zusammenwirken von Bund und Ländern können offensichtliche Kurskorrekturen erfolgen:

• Überprüfung der Treffsicherheit im sozialen Wohnbau

• Einkommensüberprüfungen in einem zeitlichen Abstand von 10 Jahren sind ohne großen Mehraufwand durchführbar und ermöglichen das Lukrieren von Mitteln für den Neubau von Sozialwohnungen.

• Eindämmung der Kostenspirale durch Vereinfachung von Bau- und Ausstattungsstandards sowie Qualitäten.

Nicht nur Mieten, auch Bauen, Errichten und Sanieren muss leistbar bleiben.

• Neubau-Offensive und Baulandmobilisierung Nur die Ausweitung des Angebots schafft eine Entspannung am Immobilienmarkt.

• Einführung eines marktaffinen Mietzinsbildungssystem

Sehen Sie mehr zur Pressekonferenz in unserem Videobeitrag. Die Studie kann unter www.ovi.at heruntergeladen werden.