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Ausländer fahren auf Wiener Zinshäuser ab

Otto Immobilien stellt Zinshaus-Marktbericht vor

Autor: Robert Rosner

Die Nachfrage am Wiener Zinshausmarkt ist nach Angaben der Otto Immobilien Gruppe weiter groß: Im Vorjahr lag der Umsatz insgesamt bei rund 762 Millionen Euro, was vor allem an einer auffallend starken zweiten Jahreshälfte lag. „Mit mehr als einer halben Milliarde Euro Umsatz war es das höchste Halbjahres-Volumen seit Beginn unserer Recherchen im Jahr 2008“ so Firmenchef Eugen Otto, der den Ersten Wiener Zinshaus-Marktbericht (Frühjahrsausgabe) am Montag gemeinsam mit seinem Team präsentierte. Dieser Trend setze sich aktuell im Frühjahr 2014 fort, wobei neue Marktteilnehmer zu bemerken seien – auch Käufer aus dem nichteuropäischen Ausland seien zunehmend am Erwerb von Wiener Zinshäusern interessiert. „Das ´3-S-Prinzip Sicherheit, Stabilität und Stolz´ ist immer noch ein wichtiges Anlagekriterien für Investoren“, so Richard Buxbaum, Prokurist und Leiter der Abteilung für Wohnimmobilien und Zinshäuser.

Weiterhin stabil präsentieren sich derzeit die Preise, berichtete Studienautorin Lene Kern, wobei man davon ausgehe, dass die Preisspitze vorerst erreicht sei. Als Ausnahmen davon nannte sie die Region 3, 10 und 11 mit den Bezirken 3., 4., 13., 18., 19. und 20., wo die Spitzenpreise um durchschnittlich 40 Euro pro m² gestiegen sind. Derzeit am günstigsten kaufe man weiterhin außerhalb des Gürtels in den Bezirken 10., 11. sowie 21. und 22. bei Mindestpreisen von 660 Euro pro m². Niedrig aber stabil ist demnach das Niveau auf dem sich die Renditen bewegen: Abhängig von der Lage kann man mit einem Minimum von 1,4 Prozent in der Innenstadt, und einem Maximum von 6 Prozent im 10. oder 11. Bezirk rechnen, heißt es im Ersten Wiener Zinshaus-Marktbericht der Otto Immobilien Gruppe.

Wer waren nun im vergangenen Jahr die Käufer, wer die Verkäufer? Hier sei zu bemerken, dass sowohl auf Käufer-, als auch auf Verkäuferseite im Vorjahr die Zahl der Unternehmen zugenommen habe, wobei Versicherungen am Zinshausmarkt eine immer größere Rolle spielen. Und wohin geht derzeit das Interesse der Investoren? Vor allem in den Bezirken Meidling, Penzing, Ottakring und Brigittenau seien neue spannende Grätzel zu finden, traditionelle Wiener Hotspots wie der Naschmarkt und das Servitenviertel erlebten eine neue Hochblüte, berichten die Experten von Otto Immobilien.

Ein Blick in die Zukunft zeige: Das Angebot an entwicklungsfähigen Häusern in guten Lagen Wiens sei weiter knapp. „Gleichzeitig weckt auch die geplante Novellierung der Wiener Bauordnung mit den sich ergebenden Möglichkeiten, etwa zum verbesserten Ausbau von Dachböden und Anbau von Balkonen, bei vielen Projektentwicklern verstärkt Interesse und Phantasie“, so Richard Buxbaum. Allerdings rechnet er damit, dass heuer vor allem von institutionellen Eigentümern Häuser auf den Markt kommen, das Angebot insgesamt dadurch daher wieder breiter wird.