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Backpacker‘s Wohnzimmer

Wochen, Monate, Jahre reisen mit nichts als einem Rucksack auf dem Rücken - des einen Ausstiegsphantasie, des anderen Alptraum. Und Backpacker's Alltag. Dementsprechend innig ist die Beziehung zu Flughäfen.

Autor: Barbara Wallner

Flughafen Manila - es ist Mitternacht und ich stehe vor geschlossenen Türen. In vier Stunden soll ich von hier weiter auf die Insel Coron fliegen. Womit ich nicht gerechnet habe: Der Terminal öffnet erst um 3 Uhr früh. Ein freundlicher Wachmann empfiehlt mir, mir bald einen Platz zu suchen, denn es beginnt zu regnen und das Warteareal ist nur teilweise überdacht. Eigentlich sollte ich ja jetzt in einem Hostelbett liegen - aber wenn der Taxifahrer in Manila dreimal fragt, ob man hier wirklich aussteigen möchte, dann lässt man es besser. Ich hirsche also zu den Metallbänken und erwische einen Platz, der immerhin nur teilweile von dem beginnenden Sprühregen erwischt wird. Kein Problem, ich bin vorbereitet. Ungläubig beobachtet eine junge Frau hinter mir, wie ich mich zunächst in meinen Reiseschlafsack wickle und dann um meinen Rucksack - mein Heiligtum wird mit allen Mitteln verteidigt. Ich krame einen großflächigen Regenponcho, eine Kapuzenjacke, Ohropax und Schlagmaske hervor und rolle mich zum Schlafen zusammen. Das letzte was ich höre ist ein verwundertes Kichern hinter mir. Und wieder stellt sich im Quergeschrieben die Frage: Was hat das eigentlich mit der Immobilienbranche zu tun? Backpacker sind die einzige Zielgruppe im Tourismus, die so wenig Komfort wie möglich sucht. Die wohlstandsverwöhnten Abenteurer sitzen zumeist in Zehn- und Mehrbettzimmern in Südostasiens Hostels beisammen und versuchen sich mit ihren Komforterfahrungen gegenseitig zu unterbieten. Wer am billigsten reist hat gewonnen. In Kombination mit den tausenden von zurückgelegten Kilometern also kein Wunder, dass der Flughafen die Assetklasse wechselt: zum temporären Wohnen. Ich selbst habe einige hochemotionale Stunden auf dem Boden in Kuala Lumpur verbracht, weil hier die einzige auffindbare Steckdose meinem Handy Leben einhauchen konnte, kenne jede Couch in Brisbane und habe einen Mitarbeiter des Flughafen McDonalds in Auckland bei dem erfolglosen Versuch beobachtet, beim Bodenwischen nicht auf einen Backpacker zu steigen - alle Bänke waren natürlich längst überfüllt. Die schrägsten Flughafenmomente des Backpackers haben wir hier nachgestellt. Auch wenn keiner auch nur annähernd die Wirklichkeit erreichen kann.

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