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Baugrund wird zur Mangelware

Transaktionen heuer gesunken

Autor: Charles Steiner

Viele träumen vom Eigenheim, der passende Grund dafür ist allerdings knapp und damit teuer. Heuer ist die Anzahl an Transaktionen von Baugrundstücken gegenüber dem Vorjahr österreichweit um sechs Prozent gesunken, während die durchschnittlichen Kaufpreise um acht Prozent zugelegt haben. Das geht aus einer Auswertung der Immo-Plattform willhaben.at und IMMOunited hervor, die heute Vormittag veröffentlicht wurde. Demnach scheint die Situation für angehende Häuslbauer vor allem in Salzburg schwierig zu sein, hier seien die Grundstückstransaktionen um 23,5 Prozent zurückgegangen. Auch in Oberösterreich und Vorarlberg war jeweils ein Minus von zehn Prozent zu verzeichnen.

Mit ein Grund dafür dürfte aber auch die Preisschere zwischen Angebots- und tatsächlichen Kaufpreisen sein. Diese liegt österreichweit bei 12,9 Prozent. Die größten Differenzen allerdings seien in Neusiedl am See mit fast 30 Prozent und Mistelbach mit fast 29 Prozent verzeichnet worden. Keinen bis kaum einen Unterschied gibt es hingegen in der Steiermark - konkret in Weiz (0 Prozent) und Graz-Umgebung (0,74 Prozent). In Graz Stadt liege sie bei knapp 14 Prozent. In Wien herrsche zudem ebenfalls Einigkeit bei Käufer und Verkäufer: Floridsdorf weist 3,53 Prozent, Donaustadt 4,24 Prozent auf.

In den meisten Regionen Österreich dürften sich aber Käufer und Verkäufer hinsichtlich des Preises relativ einig sein. „In etwa der Hälfte aller analysierten Bezirke liegt der Verhandlungsspielraum unter 10 Prozent“, so Judith Kössner, Head of Immobilien bei willhaben. „Das zeigt, dass Gründe vielerorts bereits zu äußerst realistischen Preisen auf den Markt kommen. Die Preisschere zu schließen ist auch Ziel für Roland Schmid, Eigentümer und Geschäftsführer von IMMOunited: “Die Preisschere lässt sich nur durch die kontinuierliche Förderung der Transparenz am Immobilienmarkt schließen. Wenn allen Beteiligten die notwendigen Informationen vorliegen, können faire, realistische Deals gemacht werden. Das ist eine wesentliche Voraussetzung für einen stabilen Markt." Abgesehen von den analysierten Angebotspreisen zeigen die Auszüge aus dem Grundbuch, dass über die vergangenen Jahre hinweg die durchschnittliche Größe eines gekauften Baugrunds in Österreich bei 972 m² lag. Die Käufer zahlten im Schnitt 189.935 Euro und sind rund 40,83 Jahre alt. Für den Grundstücksvergleich wurde knapp 19.000 Transaktionen von Grundstücken, die sich für den Bau eines Einfamilienhauses eignen, aus dem Zeiträumen Juli 2018 bis Juni 2019 sowie Juli 2019 bis Juni 2020 herangezogen.