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Bauwirtschaft: alle da, nur einer fehlt

Brückenschlag Bau zum Bauträger

Autor: Gerhard Rodler aus München

Die kommenden Freitag zu Ende gehende BAU in München ist nicht nur die größte Messe für die Bauwirtschaft in Europa, wenn nicht sogar weltweit. Sie ist vor allem auch ein Marktplatz der Innovationen.

Häuser bauen aus dem „3D-Drucker“? Auf der BAU in München konnten man sich überzeugen, dass dies technisch schon jetzt machbar, und wirtschaftlich spätestens im Laufe nächsten Jahres sinnvoll ist. Große Kosteneinsparungen inklusive.

Leistbarer Wohnbau? Auch hier fand man auf der BAU ebenso clevere wie nachvollziehbare Lösungen. In einem Workshop gestern, Mittwoch, analysierte man unterschiedliche Methoden und war sich einig, mit Wohnbau in der Großserie auf Basis von Skelettbauten massiv an Kosten einsparen zu können - und dennoch dank variabler Fassadengestaltungen ein buntes Stadtbild mit sehr unterschiedlich gestalteten Häusern erzielen zu können. Und das bei Baukosten-Einsparungen, die gut ein Fünftel der klassischen Baukosten ausmachen, wenn nicht sogar mehr.

„smart home“ und „smart city“: technisch alles seit langem machbar und wirtschaftlich seit längstens diesem Jahr auch kein Thema mehr.

Und zwischenzeitig gibt es (auch wirtschaftlich sinnvolle) Methoden, Photovoltaik-Elemente auf Baukörper einfach „aufzudrucken“.

Warum das alles zwar machbar (wirtschaftlich wie technisch) und dennoch kaum eingesetzt wird. Weil der wahre Entscheider für den Einsatz all dieser Innovationen hier fehlte: Nicht der Architekt oder gar der Fachplaner entscheidet über Fragen der Innovation oder die Wahl der Baustoffe (bis hin zum Alu- oder Kunststofffenster), sondern letztlich der Projektentwickler beziehungsweise Bauträger. In so gut wie allen Diskussionsrunden und Workshops hier war man sich in einem einzigen Punkt zu 100 Prozent einig: „Wir erreichen bis dato die wichtigste Zielgruppe bei den Entscheidungsträgern einfach nicht: Jene, die unsere Leistungen bezahlen.“ Genau diese - wahrscheinlich wichtigste Jetzt wollen erste Unternehmen genau diesen Brückenschlag schaffen, um auch die letztlich zahlenden Kunden, also Bauträger und Investoren mit ihren Angeboten und Botschaften zu erreichen.