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Bedarf an Auto-Logistikimmobilien stabil

Unternehmen haben Puffer in Lägern angelegt:

Autor: Gerhard Rodler

Als Folge des Lockdowns bleibt der Bedarf an Lagerflächen in der Automotive- und Maschinenbaubranche zunächst stabil. So lautete die Kernaussage eines Webinars des Themenkreises Logistikimmobilien der deutschen Bundesvereinigung Logistik (BVL). Vertreter der Unternehmen Bosch, Ceva Logistics und Kögel Trailer diskutierten mit Themenkreissprecher Kuno Neumeier (Logivest), wohin die Reise in puncto Logistikimmobilien und -standorte in den beiden Branchen gehen wird.

Keiner der Fachleute rechnet aktuell mit einem massiven Abbau der Globalisierung und der Arbeitsteilung in den zwei großen Wirtschaftsbereichen. Das würde unter anderem zu einem Ausbau der lokalen Produktion und einer Nachfragewelle nach Lagerflächen führen. „Das Fazit aus der Diskussion ist, dass zwar aktuell der Bedarf stabil ist. Dennoch ist das Flächenangebot in den Automotive-Hotspots weiterhin rar, selbst wenn 2020 das Neubauvolumen aus Brownfield und Greenfield das Gesamtergebnis von 4,2 Millionen Quadratmetern übertreffen würde. Speziell der wachsende E-Commerce-Bereich benötigt dringend Logistikimmobilien. Es ist zu hoffen, dass die Kommunen in der Coronakrise erkannt haben, wie wichtig die Logistik als Rückgrat von Handel und Industrie ist und dass deshalb ausreichend Lagerflächen nötig sind“, so Themenkreissprecher Neumeier.

Zu Beginn der Covid-19-Pandemie suchten die Auto- und Maschinenbauer vermehrt Logistikflächen. Das lag nach Aussagen der Experten daran, dass viele Hersteller Pufferläger einrichteten. Die eingeführten Abstandsvorschriften haben hingegen nicht zu einem höheren Platzbedarf geführt. Denn im Automotive-Bereich sind die Läger - im Vergleich zu vielen E-Commerce-Distributionszentren - großflächiger angelegt.

Der Bedarf an Logistikflächen könnte langfristig durch strukturelle Veränderungen in der Automobilindustrie leicht zurückgehen. Entspannend auf den Flächenbedarf könnten künftig neue Plattformen wirken, auf denen temporär Logistikflächen von Immobiliennutzern für andere Unternehmen zur Miete angeboten werden (Sharing-Modelle). Noch sei das aber nach Aussagen der Experten kein großer Markt. Sie gehen davon aus, dass diese Geschäftsmodelle lediglich für Kleinmengen interessant sind. Denn Großkunden haben in puncto Lagerausstattung und Services genaue Vorstellungen für ihre Kontraktausschreibungen.