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Berlin hebt ab wie nie

Neun Milliarden Euro in neun Monaten investiert

Autor: Charles Steiner

In der Reihe der deutschen Big Seven-Standorte gibt es mittlerweile einen unangefochtenen Big One: Berlin. In keinem Standort Deutschlands wurde heuer so viel investiert wie in der deutschen Bundeshauptstadt - die im übrigen auch die höchsten Transaktionszuwächse verzeichnen konnte. Laut aktuellen Zahlen von BNP Paribas Real Estate flossen von den deutschlandweiten 43,1 Milliarden Euro neun Milliarden Euro nach Berlin. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das eine Steigerung von 86 Prozent. Erst mit weitem Abstand folgen München und Frankfurt, wo 5,1 Milliarden Euro (+4 Prozent) bzw. 4,1 Milliarden Euro (-39 Prozent) umgesetzt worden sind.

Mit ein Grund für das außergewöhnlich starke Ergebnis sind zahlreiche Deals im dreistelligen Millionenbereich, deren Volumen sich mit plus 63 Prozent mehr als verdoppelt hat. 25 wurden von BNP Paribas Real Estate in dieser Größenordnung gemessen, darunter die Objekte Pressehaus am Alex, die Büro- und Geschäftsimmobilie Zoom und das Carré Seestraße. Vor allem Einzeldeals haben dabei das Ergebnis geprägt, auf diese fallen rund 7,1 Milliarden Euro.

Das Bürosegment bleibt mit 71 Prozent des Transaktionskuchens auf Platz eins, mit Ausnahme der Sammelgruppe Sonstige, die primär dank einiger Entwicklungsgrundstücke auf 11 Prozent kommt, haben alle übrigen Assetklassen deutlich Anteile verloren.

Als Käufer traten, so BNP Paribas Real Estate, verstärkt Investment Manager (18,5 Prozent) und Spezialfonds auf (18 Prozent), die damit vor Equity/Real Estate Funds (14 Prozent), Immobilienunternehmen (12 Prozent) und Pensionskassen (10 Prozent) in Führung gehen. Mit rund 20 Prozent sind Anleger aus dem nordamerikanischen Raum nach den deutschen Investoren am stärksten beteiligt, aber auch europäische (18 Prozent) sowie Käufer aus Nahost (10 Prozent) waren sehr aktiv.

Für die Renditen bedeutet das Investmentgeschehen: Sie fallen weiter. Mittlerweile liegen die Netto-Spitzenrenditen für Büroimmobilien bei 2,65 Prozent. Damit ist Berlin noch vor München der teuerste Bürostandort Deutschlands.