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Mietbremse für Gewerbe?

Berliner Stadtregierung mit neuem Vorstoß

Autor: Charles Steiner

Die rot-rot-grüne Berliner Stadtkoalition plant angesichts der gestiegenen Gewerbemieten, auch hier eine Mietpreisbremse anzusetzen. Nach dem Vorbild des Wohnungsmarktes erwägt die Stadtregierung das Gewerbemietrecht dahingehend zu verändern, dass „kleine und mittlere Betriebe nicht mehr durch steigende Mieten von großen Handelsketten aus den Zentren verdrängt werden“. Denn: Die Preise sind zwischen 2009 und 2018 um bis zu 267 Prozent gestiegen.

Der Vorstoß der Berliner Politik stößt bei der Immobilienwirtschaft auf Kritik. Der Immo-Dienstleister JLL erklärt, die Mietpreisbremse für Gewerbeimmobilien könnte im schlimmsten Fall schädlich auf künftige Developments sein und mittelfristig das generelle Flächenangebot dämpfen. Dirk Wichner, Head of Retail Leasing JLL Germany: „Wir beobachten seit einigen Jahren, dass die Flächennachfrage durch den Strukturwandel im Handel deutlich zurückgegangen ist. Insofern sind Eigentümer ohnehin stärker unter dem Druck, Zugeständnisse bei den Mieten zu machen. Die Zeiten, in denen Vermieter die Preise diktierten und beliebig anziehen konnten, sind in vielen Märkten längst vorbei.“ Laut Wichner würde eine Deckelung vielerorts ins Leere greifen, da sich der Markt ohnehin in die andere Richtung bewegt. Die Spitzenmieten würden in Groß- und Mittelstädten ohnehin zurückgehen, und zwar zwischen sechs und neun Prozent. „Zugleich ist nicht mit einer schlagartigen Trendwende zu rechnen, so dass die Deckelung letztlich unwirksam wäre“, so Wicher.