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Berliner Büromarkt bleibt stabil

Neuvermietungen auf langjährigem Durchschnittsniveau

Autor: Charles Steiner

Auch wenn der Berliner Büroflächenumsatz im ersten Halbjahr um 18 Prozent eingebrochen ist, bleibt man nach wie vor leicht über dem Zehnjahresschnitt. Das geht aus einer aktuellen Analyse von BNP Paribas Real Estate hervor, die für Berlin einen Flächenumsatz von 341.000 m² ausgewiesen hatte. Einer der Hauptgründe für das stabile Ergebnis sei dabei die öffentliche Hand. Im ersten Halbjahr 2020 hat sich dies in besonderem Maße bestätigt, da sich diese Branchengruppe mit einem weit überproportionalen Anteil von gut 41 Prozent klar an die Spitze gesetzt hatte. Vor allem der genannte Abschluss der deutschen Rentenversicherung hat hierzu in großem Umfang beigetragen. Zu den wichtigsten Verträgen gehören dabei gut 84.000 m² der deutschen Rentenversicherung sowie 11.900 m² von der Autobahn GmbH des Bundes. Aber auch andere Großabschlüsse wurden verzeichnet, wie knapp 13.000 m² von Zalando sowie 22.500 m² von KPMG. Der Anteil der in den letzten Jahren zunehmend wichtigeren Coworking-Branchen ist zwar etwas gesunken, erreicht mit gut 7 Prozent aber immer noch ein bedeutendes Niveau.

Der Leerstand habe sich seit Jahresanfang um 21 Prozent auf 369.000 m² erhöht. Im wichtigsten Teilsegment der Flächen mit moderner Qualität beläuft sich der Anstieg auf 29 Prozent, wohinter sich absolut aber nur eine Zunahme von 24.000 m² verbirgt. Auch wenn sich der starke Angebotsengpass des Marktes etwas verringert hat, kann von einer wirklichen Entspannung noch lange nicht die Rede sein. Unterstrichen wird dies auch durch die Leerstandsquote, die zwar etwas angezogen hat, mit 1,9 Prozent aber weiterhin auf sehr niedrigem Niveau liegt. Auch im bundesweiten Vergleich weist die Hauptstadt unverändert den niedrigsten Wert auf. Bei den Flächen im Bau ist seit Jahresanfang lediglich ein moderater Anstieg um rund 5 Prozent auf 1,38 Mio. m² zu beobachten. Für den Vermietungsmarkt noch verfügbar sind hiervon 730.000 m² und damit nur 4 Prozent mehr als Ende 2019.