Immobilien Magazin

Besorgniserregender Mangel an Studentenwohnungen

Der Bedarf an Studentenunterkünften in Mittel- und Osteuropa ist noch lange nicht gedeckt: Im Gegenteil - einer Studie von Colliers International und der Anwaltskanzlei CMS gebe es in den kommenden zehn Jahren sogar einen „besorgniserregenden Mangel“. Absolutes Schlusslicht: Warschau.

Autor: Charles Steiner

Immer mehr Studenten sind in den europäischen Hauptstädten zu verzeichnen - doch langsam finden sie keinen Platz mehr zum Wohnen. Und dieses Problem dürfte sich in den kommenden Jahren sogar noch verschärfen. Der dritte Immobilienbericht „Student accomodation in CEE - the next big thing“ von Colliers International und der Anwaltskanzlei CMS kommt sogar zu einem - dramatisch formulierten - Schluss: Der Mangel an Studentenunterkünften in den Ländern Mittel- und Osteuropas nimmt für die kommenden zehn Jahre besorgniserregende Ausmaße an. Befragt wurden dabei Investoren zur Bedeutung des Studentischen Wohnraums als Anlageklasse, zusätzlich ist eine Prognose zu internationalen Studierenden in den einzelnen Städten in Zusammenhang mit der Anzahl der verfügbaren Betten eingeflossen. Das Ergebnis: Bis auf Bukarest weisen alle untersuchten Städten einen eklatanten Mangel auf, sowohl in erster Linie für Studierende, als auch für Investoren.

Bis 2028 ergibt sich in Warschau dabei der größte Engpass: Dort fehlen 8.399 Betten, gefolgt von Budapest (-3.679), Krakau (-1.227), Prag (-1.795) und Bratislava (-298). Bukarest war die einzige Stadt mit einem Überschuss. In Summe fehlt studentischer Wohnraum mit einem potenziellen Investmentvolumen von bis zu vier Milliarden Euro, geht aus dem Bericht hervor.

Immerhin: Mehr als 32 Prozent der für den Bericht befragten Investoren seien im studentischen Wohnraumsektor in CEE bereits aktiv oder haben entsprechende Pläne. Polen rangiert demnach als der beliebteste Markt für bestehende sowie zukünftige Investitionstätigkeit (50 Prozent der Befragten), gefolgt von der Tschechischen Republik (28 Prozent) und Ungarn (14 Prozent). 91 Prozent der Investoren sind zudem der Überzeugung, dass der Bau von Studentenwohnheimen (PBSA) in MOE in den nächsten acht Jahren an Bedeutung gewinnen werde.

Doch warum wird dann nicht entsprechend mehr entwickelt? Auch dieser Frage ist die Studie nachgegangen - und oft liegt das mitunter an rechtlichen Rahmenbedingungen in den einzelnen Ländern, wo eine Widmung für studentisches Wohnen schwierig ist bzw. Neuwidmungen aufgrund von Zonierungen in den Städten erschwert werden, denn diese sehen immer eine bestimmte Widmungsart für ein gewisses Stadtgebiet vor. Das spießt sich dann allerdings mit der Anforderung, dass Studentenunterkünfte möglichst nahe an Universitäten gelegen sein müssen, um auch für Investoren in dem Bereich interessant zu werden. 78 Prozent der Investoren haben das als wesentlichen Faktor genannt, 59 Prozent wollen zumindest eine unmittelbare Nähe zu öffentlichen Verkehrsmitteln.