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Betriebe werden aus Wien verdrängt

Nachfrage nach Wohnraum treibt Preise

Autor: Stefan Posch

In Wien wird für heuer ein Rekordzahl an Fertigstellungen von Wohneinheiten erwartet. Doch andere Assetklassen geraten durch die Konzentration auf den Wohnbau immer mehr unter Druck. Das zeigt der heute veröffentlichte Industrie- und Logistik-Marktbericht von Otto Immobilien.

Laut Tina Steindl, Teamleiterin Industrie / Gewerbe / Logistik bei Otto Immobilien, kaufen viele Wohnbauträger mittlerweile verstärkt auch gewerblich gewidmete Grundstücke - in der Erwartung einer Umwidmung auf Wohnnutzung. In der Folge würden langjährig ansässige Klein- und Mittelbetriebe an den Stadtrand und ins Wiener Umland verdrängt, da sie mit den höheren Preisen, aber auch den immer strikteren Behördenauflagen nur schwer konkurrenzfähig sind. „Eine Lösung dafür wäre die verstärkte Entwicklung von zentrumsnahen Logistik- und Gewerbeparks sowie Gewerbehofkonzepten, die sich international bereits vielfach bewährt haben“, so Steindl.

Die Kaufpreise für gewerblich gewidmete Grundstücke in Wien liegen derzeit laut dem Marktbericht zwischen 200 und 350 Euro pro m² abhängig von Lage und Größe.

Die fünf Hotspots für Logistik und Industrie in Österreich liegen demnach um die Ballungsräume Wien/Wien Umgebung, St. Pölten/Krems, Graz, Linz/Wels/Enns sowie in Salzburg. Die attraktivsten heimischen Standorte sind weiterhin Wien und Linz - aufgrund der starken lokalen Industrie sowie der attraktiven Infrastrukturbedingungen (Tri-Modalität durch Donau, Autobahn und Containerterminals mit Bahnanschluss).

Die Nettomieten für Logistik- und Industrieimmobilien bewegen sich laut Otto Immobilien qualitäts- und lagebedingt in einer großen Bandbreite zwischen 3,50 und 6,50 Euro pro m² und Monat. „Wien liegt im unteren Mittelfeld, nur knapp hinter München und Frankfurt (7,00 Euro) sowie Barcelona (6,80 Euro)“, berichtet Martin Denner, Leiter Immobilien Research. Durch das Entstehen von neuen, modern ausgestatteten Logistikzentren und den steigenden Grundstücks- und Baukosten sei aber ein weiterer leichter Anstieg der Mietpreise zu erwarten.