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Billiges wird am meisten teurer

Deutsche Wohnimmobilien

Autor: Gerhard Rodler

Der Köder muss nicht dem Fischer, sondern dem Fisch schmecken. Diese klassische Erkenntnis sollten auch die Investoren bei ihren Ankaufsentscheidungen berücksichtigen. Dann die am stärksten an Wert gewinnenden Immobilien in Deutschland sind jene, die der unteren Preiskategorie zuzuordnen sind: Laut aktuellem AENGEVELT-Wohninvestment-Index AWI weisen den mit Abstand höchsten Anstieg die einfachen Lagen auf: Hier erhöhte sich der AWI um 7,8 Punkte auf aktuell 67,5 Punkte (Frühjahr 2015: 59,7 Pkt.). Hierin spiegelt sich das von AENGEVELT-RESEARCH vor allem in den Wachstumskernen und wirtschaftsstarken Groß- und Mittelstädten analysierte viel zu geringe Angebot an miet- und kaufpreisgünstigen Wohnungen. „Zumal der Wohnungsneubau an vielen Standorten bislang vorrangig in den mittel- bis hochpreisigen Miet- und Kaufpreissegmenten erfolgt“, erläutert Michael Fenderl, Leiter AENGEVELT-RESEARCH. „Mit einer Konsolidierung der Mieteinnahmen bzw. einem rückläufigen Mietpreisniveau auf breiter Front ist daher nicht zu rechnen“, so Fenderl weiter. „Im Gegenteil: Nachdem in guten wie auch mittleren Lagen eine Mehrheit der Befragten immer noch ein Mieterhöhungspotential sieht, wird dies aufgrund der zu erwartenden Zunahme der Nachfrage nun auch in einfachen Lagen gesehen“, so sein Fazit.

Das bestätigen auch die Befragungsergebnisse hinsichtlich der Mietpreisentwicklung: 55 Prozent der Befragungsteilnehmer (Frühjahr 2015: 48 Prozent) rechnen mit weiter steigenden Mieten. Auch hier ist in den einfachen Lagen der Anteil überdurchschnittlich von 34 Prozent im Frühjahr 2015 auf aktuell 50 Prozent gestiegen. In mittleren Lagen hat sich der Anteil von 57 Prozent auf 61 Prozent erhöht, in guten Lagen ist er mit 53 Prozent konstant geblieben.