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“Börsennotierte Unternehmen
als Messlatte”

ARE- und BIG-CEO Hans-Peter Weiss hat allen Grund, stolz zu sein. Die von ihm vor fünf Jahren ins Leben gerufene ARE Austrian Real Estate hat sich zwischenzeitig zu einem der wichtigsten Player des Landes entwickelt. Börsefit wäre die ARE bereits. Aber: die von Anfang an immer wieder im Gespräch gewesene Teilprivatisierung, scheint derzeit noch kein Thema zu sein.

Autor: Gerhard Rodler

Die ARE hat ja vor einiger Zeit eine "Zwei-Milliarden"-Wohnbauinitiative gestartet. Wo stehen sie da derzeit? Hans-Peter Weiss: Wir sind auf einem sehr guten Weg. Aktuell sind nahezu 1.400 freifinanzierte Miet- und Eigentumswohnungen in Bau und zirka 4.700 in der Projektpipeline. Über 800 Wohnungen wurden bereits fertig gestellt. Insgesamt entspricht das fast 7.000 Wohnungen mit einem Investitionsvolumen von knapp 1,7 Milliarden Euro. Im Übrigen wollen wir auch nach Abwicklung der Initiative auf diesem Niveau weiter investieren.

Schon bei der Gründung der ARE war immer wieder eine Teilprivatisierung der ARE im Gespräch. Ist das jetzt ein Warten auf Godot - oder kann man bald damit rechnen. Die Zahlen würden derzeit ja ebenso stimmen, wie das allgemeine Interesse an Immobilieninvestitionen? Weiss: Da fragen Sie da den Falschen. Die Entscheidung, ob ein Teil des Unternehmens im Ganzen oder in kleinen Teilen beispielsweise über die Börse veräußert werden soll ist bei Kapitalgesellschaften dem Eigentümer vorbehalten...

Ganz so falsch war das dann aber nicht. Immerhin sitzt dank der Personalunion mir ja nicht nur der CEO der ARE, sondern gleichzeitig auch der CEO der BIG gegenüber. Und die BIG ist ja derzeit Alleineigentümerin der ARE... Weiss: ... solche weitreichende Vermögensentscheidungen innerhalb des BIG Konzerns werden auf Eigentümerebene getroffen.

Aber die Privatisierung war ja doch von Anfang an bei der ARE ein Thema, soweit ich mich erinnere, auch, dass das über die Börse zu erfolgen habe? Weiss: Das war eher ein mediales Thema.

Aber "börsefit" wäre die ARE jedenfalls schon jetzt? Weiss: "Wir orientieren uns generell an Struktur, Abläufen und Qualitäten börsennotierter Unternehmen. Das war und ist ganz grundsätzlich unsere Messlatte."

Die ARE war und ist ein verlässlicher und konstanter Partner.

Ja genau, und darüber hinaus würden ja gerade derzeit auch die aktuellen wirtschaftlichen Ergebnisse gut passen. Sie haben ja gerade eben Rekordergebnisse und ganz generell ist die Stimmung der Kapitalmärkte derzeit pro-Immobilien. Das müsste man doch nützen wollen... Weiss: Tatsache ist, dass wir ein sehr gutes Geschäftsergebnis 2016 vorweisen können. Wir gehen auch davon aus, dass das kein einmaliges Ereignis bleibt. Ganz im Gegenteil streben wir nachhaltige Ergebnisse in dieser Größenordnung auch in Zukunft an. Die ARE war und ist ein berechenbarer und konstanter Player und Partner am österreichischen Immobilienmarkt.

Was bedeutet das nun in Zahlen für 2016? Weiss: Der Umsatz stieg um rund zehn Prozent auf 267 Millionen Euro, der Gewinn sogar um 60 Prozent auf über 137 Millionen Euro. Neben höheren Mieterlösen, hat auch die Steigerung des Wertes des Immobilienbestandes und das Ergebnis aus dem Development dazu beigetragen. "

Die ARE versteht sich ja auch als Developer und geht dabei immer wieder Partnerschaften mit Unternehmen aus der Privatwirtschaft ein. Welche Bedeutung hat der Developmentbereich für die ARE? Weiss: Das Developmentgeschäft ist ein wichtiger Teil des ARE-Geschäftes und entwickelt sich konstant gut. Rund 50 Millionen Euro des Umsatzes entfallen im zurückliegenden Geschäftsjahr 2016 darauf.

Bleiben Sie Ihrer Linie, bevorzugt Joint-Ventures mit privatwirtschaftlich organisierten Unternehmen einzugehen? Weiss: Ja, das war und ist ein wichtiger Teil unserer ARE-Unternehmensstrategie. Und wir wollen das definitiv auch so beibehalten. Diese Kooperationen sind auch in Zukunft ein fixer Bestandteil der Unternehmensaktivitäten.

Da stellt sich die Frage der Motivation dahinter. Wenn sich die Entwicklung der Eigenkapitalquote der ARE ansieht, kann es ja kein Finanzierungsthema sein... Weiss: Wir suchen uns Partner, die spezifisches Know how und/oder ihre Vertriebskraft einbringen. Das hat in der Vergangenheit sehr gut funktioniert und ist ein Erfolgsmodell.

Danke für das Gespräch.

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