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Boommarkt „betreutes Wohnen“

Mehrheit sorgt sich um Wohnen im Alter

Autor: Gerhard Rodler

Mehr als die Hälfte der Österreicher blickt mit Sorge auf ihre Wohnsituation im Alter. Besonders die Ängste vor sozialer Isolation und der ungewissen Finanzierung einer seniorengerechten Unterbringung sind groß. Deshalb ist der Informationsbedarf auch für junge Menschen unerwartet hoch. Mehr als fünf von zehn Österreichern plagen Ängste, wenn es um ihre Wohnsituation im Alter geht. Dabei machen sich die Befragten vor allem Sorgen um die Finanzierbarkeit einer altersgerechten Bleibe, gefolgt von der Abschiebung in eine ungewollte Wohnsituation (45 Prozent bzw. 25 Prozent). „Rund ein Viertel bis ein Drittel des Einkommens wenden die Österreicher in ihrer aktiven Zeit für das Wohnen auf. Mit sinkendem Einkommen in der Pension und der steigenden Unsicherheit bezüglich des Pensionssystems ist das eine berechtigte Zukunftssorge“, so Dr. Patrick Schenner, Geschäftsführer von ImmobilienScout24 in Österreich. Knapp jeder Dritte fürchtet sich davor, aus dem sozialen Umfeld gerissen zu werden oder gar zu vereinsamen. Vor allem unter den jüngeren Befragten ist die Angst vor der Vereinsamung im Alter groß (32 Prozent bei den 18- bis 29-Jährigen vs. 14 Prozent bei den 50- bis 65-Jährigen).

Die Mehrheit der Österreicher hat sich bereits konkret zum Thema „Wohnen im Alter“ informiert – für sich selbst oder für Verwandte und Freunde (64 Prozent). Auch jüngere Menschen setzen sich mit der Fragestellung auseinander (65 Prozent der 30- bis 39-jährigen versus 73 Prozent im Alter 50+). Frauen sind dabei deutlich aktiver als Männer (67 vs. 61 Prozent). Die Befragten interessieren sich gleichermaßen für Wohnmöglichkeiten in seniorengerechten Einrichtungen wie für die Unterbringung zu Hause, unterstützt durch ambulante Pflegedienste oder Umbauten in den eigenen vier Wänden.

Umkehrschluss für die Immobilienentwickler: Wer Von Anfang an die Möglichkeit von „betreubarem Wohnen“ bei allen Wohndevelopmentprojekten im Auge hat, wird auf lange Sicht die Nase vorne und auch bei einer Veränderung des Marktes gute Karten im Vertrieb haben.

Für die Umfrage hat das Markforschungsinstitut Innofact im Auftrag von ImmobilienScout24 530 Personen in Österreich bevölkerungsrepräsentativ befragt.