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Brexit-Flucht in Zinshäuser

... aber es gibt viel zu wenig

Autor: Gerhard Rodler

Hohe Nachfrage, geringes Angebot, weniger Umsatz bei leicht steigenden Preisen: Seit Jahren ändert sich der Tenor über den Wiener Zinshausmarkt praktisch nicht. Mit einer Ausnahme: Dank Brexit ist die Nachfrage nochmals angestiegen, sagt Richard Buxbaum von Otto Immobilien anlässlich der Präsentation des Wiener Zinshaus-Marktberichtes der Otto Immobilien Gruppe heute mittag.

Unternehmenschef Eugen Otto bremst aber die Euphorie etwas: Nach den Rekordwerten des Vorjahres mit einem Umsatz von 1,28 Milliarden Euro seien die Umsätze heuer deutlich gesunken und dürften sich wieder bei jenen des Jahres 2014 einpendeln. Der Grund: Es gibt einfach zu wenig Angebote am Markt.

So wurde im ersten Halbjahr 2016 ein Umsatz von 232 Millionen Euro beobachtet, annähernd dasselbe Transaktionsvolumen wie im ersten Halbjahr 2014.

Im Durchschnitt sind die Preise um zwei Prozent gestiegen. Konkret beobachtet man Preisanstiege vor allem in den Regionen 4 (5., 6.,7. Bezirk) sowie 5 (8. und 9. Bezirk) aber auch in der Region 8 (15. Bezirk). Bei den Maximalpreisen wurde der höchste Zuwachs in der Region 9 (16., 17. Bezirk) mit einem Plus von fünf Prozent verzeichnet. "Generell kann man sagen, dass in Wien aktuell kein durchschnittlich ausgestattetes Zinshaus unter einem Preis von 1.000 Euro/m² angeboten wird", so Buxbaum.

Interessant: Während die Renditen außerhalb des Gürtels um 0,1 Prozent-Punkte bis 0,2 Prozent-Punkte sanken, blieben die Mindestrenditen in den Innergürtelregionen unverändert. Eine leicht zunehmende Bedeutung haben indessen Share Deals - wenn auch auf niedrigem Niveau von derzeit nicht einmal sechs Prozent aller Transaktionen in Wien. Naturgemäß ist der Anteil im ersten Bezirk deutlich höher, weil dort auch die Transaktionswerte höher sind.

Auch viel versprechende Wiener Grätzel wurden im aktuellen Marktbericht wieder beleuchtet: demnach setzt man vor allem in das Stadtentwicklungsgebiet rund um den Nordwestbahnhof Hoffnungen: "Langfristig werden dadurch vor allem der 2. und der 20. Bezirk eine Aufwertung erfahren", so Buxbaum. Für die Bezirke Margareten, Favoriten und Hernals sieht Otto Immobilien Potenzial durch zukünftige infrastrukturelle Planungen.