Immobilien Magazin

Büromieten in London fallen tief

Im Zuge des Brexit werden die Auswirkungen für den Immobilienmarkt immer deutlicher spürbar. Die Bürospitzenmiete ist deutlich gefallen, auch die Häuserpreise sinken beständig.

Autor: Charles Steiner

So, wie es derzeit aussieht, gibt es noch kein Verhandlungsergebnis zum EU-Austritt Großbritanniens. Das, obwohl der EU-Chefverhandler Michel Barnier mittlerweile eine Deadline gesetzt hat. Strittige Fragen wie ausstehende EU-Beiträge vonseiten der Briten oder künftige Rechte der EU-Bürger in UK sind noch immer nicht beantwortet. Bleibt es dabei, sieht es wohl nach einem harten Brexit - also ein Austritt ohne Abkommen - aus. Und die Uhr tickt.

Die Auswirkungen der zähen Verhandlungen werden am britischen Immobilienmarkt immer stärker spürbar. Alexander Magan, Chef der Magan Holding, schreibt etwa in seinem Blog, dass die Preise im ohnehin schon überhitzten Bürosektor bereits deutlich nach unten gegangen sind. Die Spitzenmiete betrage, so Magan, 107 Euro/m² - was fast 40 Euro weniger als noch im selben Zeitraum 2015 sind. Das ist ein Rückgang von immerhin einem Drittel bzw. 27 Prozent. Deutlicher spürbar sei das beim Quadratmeterpreis beim Kauf: Kostete ein m² Bürofläche im ersten Halbjahr 50.987 Euro, sind es jetzt 34.320 Euro - ein Rückgang von 33,3 Prozent. Auch die Häuserpreise seien deutlich niedriger als noch vor dem Votum.

Laut einer Studie von Deloitte würden vor allem ältere Bürogebäude in der britischen Hauptstadt immer schwieriger zu vermieten sein. Immerhin liegt der Leerstand derzeit bei 5,8 Prozent - zwei Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Dieser dürfte sich nach einem harten Brexit weiter nach oben schrauben. Zahlreiche Großbanken kündigten bereits an, mehrere Stellen zu streichen und nach Kontinentaleuropa zu transferieren. In Städten wie Frankfurt reibt man sich bereits die Hände. Bereits jetzt hat Deutschland Großbritannien als größten Investmentmarkt abgelöst.

Auch bei den Häuserpreisen wird es eng: Laut einer Analyse der Bausparkasse Nationwide. Erstmals würden seit 2009 die Häuserpreise sinken (in Kontinentaleuropa steigen sie) - das gilt auch für die besten Gegenden Londons. Dort sanken die Preise um 0,6 Prozent. Mit ein Grund dafür ist die stärker anziehende Inflation, die parallel mit der deutlichen Pfundabwertung nach dem Volksentscheid anziehen würde. Auch das Wachstum der Löhne ist gebremst. Jetzt will die Bank of England den Leitzins anheben - was, so Nationwide, nicht allzu sehr auf am Immobilienmarkt bemerkbar sei.