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Büromieten in Europa steigen

Größter Boom in London und Amsterdam

Autor: Gerhard Rodler

Bei den Büromieten ist europaweit die Talsohle ganz offensichtlich schon wieder überwunden. Nach Angaben des Immobilienberatungsunternehmens Colliers International sind im zweiten Halbjahr 2013 die Bürospitzenmieten im Londoner West End (9 Prozent) und der Londoner City (4,3 Prozent) sowie im CBD (Central Business District) von Amsterdam (7,7 Prozent) und in den drei deutschen Großstädten Frankfurt (2,7 Prozent), Hamburg (2,1 Prozent) und Berlin (1,9 Prozent) gestiegen. Demgegenüber fielen die Spitzenwerte im zweiten Halbjahr 2013 in Bukarest (5,6 Prozent), Warschau (4 Prozent) und Genf (3,4 Prozent).

Der Schwerpunkt des Mietwachstums in Europa hat sich von Ost nach West verlagert. In Westeuropa haben die verbesserten Wirtschaftsaussichten und der Mangel an qualitativ hochwertigen, zentral gelegenen Flächen gegen Ende des Jahres 2013 zu steigenden Mieten geführt. Dieser Trend wird sich in den kommenden 12 Monaten fortsetzen. In Mittel- und Osteuropa hat sich der Trend in den größten Märkten Moskau und Warschau umgekehrt. Die Spitzenmieten in Warschau fielen Mitte 2013 aufgrund der anhaltend starken Bautätigkeit. In Moskau gingen die Mieten wegen des zurückgehenden Wirtschaftswachstums und vorsichtig agierender Nutzer zurück.

In Wien dagegen ist traditionell diese Entwicklung (noch) nicht angekommen. Allerdings ist aufgrund der nach wie vor stark zurückgegangenen Bautätigkeit der Leerstand geschrumpft, bei größeren zusammenhängenden Flächen könnte es absehbar sogar zu Engpässen kommen.

Colliers International erwartet 2014 in Europa eine Stabilisierung sowohl des Mietniveaus als auch der Renditen. Dieser Trend dürfte sich auch in den größten Wirtschaftszentren Südeuropas (Mailand, Madrid, Barcelona und Lissabon) zeigen, da sich die nationalen Wirtschaftssysteme weiter erholen und die Zuversicht wächst.

Das Gesamtbild deutet immer stärker auf eine Renditestabilität hin, wenngleich Europa ein in sich unterschiedlicher Markt bleiben wird. In etablierten und sicheren Märkten befinden sich die Spitzenrenditen bereits auf oder in der Nähe von historischen Tiefstständen. Daher werden für diese Märkte nur wenige Veränderungen erwartet. In den Märkten, die noch mit der Bewältigung der Eurokrise und der Sparpolitik beschäftigt sind, sind mit der wirtschaftlichen Erholung und der erstarkten Mietmärkte zwei zentrale Bedingungen gegeben, die für eine weitere Stabilität der Renditen nötig sind.

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