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Büros bleiben wichtigste Assetklasse

Homeworking & Wirtschaftskrise ändern dran nichts:

Autor: Gerhard Rodler

Büro-Investments waren immer schon, sind es noch und bleiben nach wie vor sehr gefragt. Trotz der momentan erwartungsgemäß deutlich rückläufigen Umsätze auf den Vermietungsmärkten wurden im bisherigen Jahresverlauf 15,2 Mrd. Euro in deutsche Büroimmobilien investiert, davon knapp 5 Milliarden Euro im dritten Quartal. Das Rekordergebnis aus dem Vorjahr wurde damit zwar um 32 Prozent verfehlt, allerdings liegt der Wert immer noch gut 16 Prozent über dem Zehn-Jahresdurchschnitt. Dies ergibt die Analyse von BNP Paribas Real Estate.

Die deutschen A-Standorte dominieren weiterhin das Geschehen auf dem Markt für Büro-Investments. Bis Ende September flossen knapp 12 Milliarden Euro bzw. 80 Prozent des Investmentvolumens in die Märkte Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart. Die Bundeshauptstadt liegt erneut mit weitem Vorsprung an der Spitze mit knapp über 3 Milliarden Euro Umsatz, verfehlt aber das spektakuläre Vorjahresergebnis. Bärenstark präsentieren sich die Investmentmärkte Düsseldorf und Hamburg, die im Bürosegment gegenüber dem Vorjahr spürbar zugelegt haben. Für Düsseldorf wird Ende Q3 ein Rekordergebnis von 2 Mrd. Euro vermeldet (gut 78 Prozent über dem Vorjahresergebnis), und die Hansestadt Hamburg wartet mit ihrem dritthöchsten Ergebnis der vergangenen 10 Jahre auf (gut 2 Milliarden Euro bzw. +21 Prozent). Der Mangel auf der Angebotsseite zeichnet in München für das vergleichsweise schwache Ergebnis von gut 1,7 Milliarden Euro verantwortlich (-51 Prozent gegenüber Q1-Q3 2019). Und: B-Städte sind dabei auch in unruhigen Zeiten attraktiv: Die Städte über 250.000 Einwohner unterstreichen mit ihrem Marktanteil von knapp 18 Prozent an den bisher registrierten Einzeldeals ihre Attraktivität als Anlagestandort auch in unruhigeren Zeiten. Ins Gewicht sind insbesondere die jüngsten Verkäufe von „The Q“ in Nürnberg und der Karstadt-Zentrale in Essen gefallen. Das weiterhin hohe Interesse der Investoren an Core-Objekten in den Top-Märkten hat bei anhaltender Angebotsknappheit die Netto-Spitzenrenditen im dritten Quartal über alle A-Standorte hinweg ein weiteres Mal sinken lassen. Die Spitzenrendite ist in Berlin, Frankfurt, Hamburg, Köln und München um 5 Basispunkte gesunken; in Düsseldorf und Stuttgart hat sie um 10 Basispunkte nachgegeben. Die Spanne der Netto-Spitzenrenditen liegt aktuell zwischen 2,55 Prozent in Berlin und 2,95 Prozent in Köln.