immoflash

Nichts Neues in Deutschland

Relativ wenig Neubau und Tiefstand bei Projektplanungen

Autor: Gerhard Rodler

Seit der Finanz- und Wirtschaftskrise scheint sich das Neubauvolumen sowohl von der Nachfrage- und Umsatzentwicklung als auch vom Konjunkturverlauf entkoppelt zu haben. An den großen deutschen Bürostandorten werden seitdem nur vergleichsweise wenig neue Flächen gebaut, und auch die Projektplanungen liegen auf dem niedrigsten Wert seit 15 Jahren. Dies ergibt eine aktuelle Analyse von BNP Paribas Real Estate (BNPPRE).

Seit über fünf Jahren bewegt sich die jährliche Bautätigkeit an den Big-Six-Standorten (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln und München) stabil in einem relativ engen Korridor zwischen 0,75 und 0,95 Mio. m² pro Jahr. Der höchste Wert wurde 2014 mit 950.000 m² erreicht, wozu ein überproportional hoher Anteil größerer Eigennutzerobjekte maßgeblich beigetragen hat. Prominentestes Beispiel ist die Fertigstellung der neuen EZB-Zentrale in Frankfurt, die mit knapp 150.000 m² in die Statistik einfließt. Im Gegensatz dazu folgte die Entwicklung des Büroflächenangebots in der Vergangenheit einem zyklischen Verlauf. Wenn sich die Flächenumsätze veränderten (die stark von den gesamtwirtschaftlichen Zyklen beeinflusst werden), passte sich automatisch auch das Projekt- und Fertigstellungsvolumen an. In Phasen steigender Umsätze und sinkender Leerstände schoben die Entwickler viele neue Bauvorhaben an, die das Angebot mit einer gewissen zeitlichen Verschiebung deutlich erhöhten. Die Projektpipeline für alle Vorhaben mit einer Realisierungswahrscheinlichkeit von mindestens 50 Prozent beläuft sich an den Big-Six-Standorten aktuell auf rund 5,8 Mio. m².