Immobilien Magazin

Causa Wienwert: Imageschaden für Anleihen?

Die Causa Wienwert und die Berichterstattung darüber könnten Anleihen in Verruf bringen.

Autor: Stefan Posch und Charles Steiner

Die WW Holding, die ehemalige Wienwert AG und Mutter der heutigen Wienwert AG, ist insolvenzrechtlich überschuldet und ein Insovenzverfahren ist in Vorbereitung. Ob die Tochter weitergeführt werden kann, ist noch offen. Zittern müssen nun die Zeichner der Unternehmensanleihen. Der Schaden, der laut FMA bis zu 40 Millionen Euro erreichen könnte, ist zwar vergleichsweise gering, doch die ausgedehnte Medienberichtserstattung, die die Causa begleitet und auch noch begleiten wird, könnte ein Imageschaden für Anleihen im Immobiliensektor im Allgemeinen zur Folge haben.

Das hängt natürlich davon ab, wie das einzelne Unternehmen aufgestellt ist und wie es bilanziert - und wie es natürlich deren Finanzlage sowie die Emission von Anleihen kommuniziert, hört man von der Branche. Entscheidend ist auch die Käufergruppe, an die die Anleihen gerichtet ist. Und da kann etwa ein Verwechslungspotenzial zwischen Unternehmensanleihen, die nachrangig behandelt werden und Immobilienanleihen, die grundbücherlich besichert entstehen.

"Das Problem ist natürlich, dass, wenn Immobilienunternehmen wie die Wienwert Unternehmensanleihen ausgibt und die Anleger dann zittern müssen, womöglich auch Immobilienanleihen in einen Verruf kommen, den sie gar nicht verdienen", so Peter Ulm, Vorsitzender des Vorstands von 6B47, zum immoflash. Bei der Causa müsse man aber zwischen Unternehmensanleihen und besicherten Immobilienanleihen unterscheiden. "Die Immobilienanleihe als Produkt ist abgesichert und damit absolut zukunftsfähig", ist er überzeugt.

Auch die Buwog sieht keinen Imageschaden für Anleihen generell. Ein Sprecher des Unternehmens erklärt, die Causa mit der Wienwert würde die Branche kaum und die Buwog nicht im geringsten betreffen: "Selbst der unerfahrenste Anleger oder der ängstlichste Geschäftspartner kann problemlos zwischen einem erfolgreichen, international tätigen, börsennotierten Immobilienkonzern wie der Buwog und der Wienwert differenzieren."

Die CA Immo rät in dem Zusammenhang, die Augen aufzuhalten: "Bei der Auswahl einer Immobilienanleihe sollte man besonderes Augenmerk auf die Solidität des emittierenden Unternehmens legen. Neben einem starken Cash-Flow und damit verbunden einem hohen Zinsdeckungsgrad bringen unter anderem eine niedrige Verschuldung sowie ein möglichst großer Pool an lastenfreien Immobilien Sicherheit für Anleihekäufer. Das Ausmaß unbelasteter Immobilien gibt Aufschluss darüber, ob ein Zugriff auf die Immobilie im Notfall möglich wäre", heißt es vom Unternehmen.

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