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CEE-Region trotzt Coronakrise

Immobilienbranche passt sich rasch an

Autor: Stefan Posch

Die globalen Herausforderungen auf den Immobilienmärkten betreffen auch die Länder der CEE Region, allerdings sieht CBRE ein paar Vorteile für die Region, die vor allem auf den hohen Flexibilitätsgrad in den zentral- und osteuropäischen Ländern zurückzuführen sind. So passen sich Immobilienentwickler und -eigentümer rasch an die neuen Rahmenbedingungen an und bieten jene Flächen an, die zurzeit am gefragtesten sind: Lager- und Logistikflächen für Online Shopping Portale sowie flexible Büroflächen.

In den CEE Core Ländern - Tschechien, Ungarn, Polen, Rumänien, Slowakei - sowie in Österreich wurden im ersten Halbjahr 2020 rund 2,8 Millionen m² und damit um 23 Prozent mehr Industrie- und Lagerflächen angemietet als im Vergleichszeitraum 2019. Damit ist der Industrie- und Logistiksektor der Gewinner der Krise, wobei ein genauer Blick zeigt, dass die Anmietungen in Tschechien und in der Slowakei rückläufig waren. Einen Rekord verzeichnete Rumänien mit einem Anstieg von rund 190 Prozent auf ca. 326.000 m² angemieteter Fläche. Wie überall anders auch, gingen in der Phase des Lockdowns die Umsätze im Einzelhandel in der CEE Region massiv zurück, während jene im Onlinehandel wuchsen. Nach der Wiederöffnung des Handels lagen die Umsätze im stationären Handel im Mai 2020 bei 57 Prozent, im Juni 2020 bei 70 Prozent gegenüber den Vergleichsmonaten des Vorjahres. Die durchschnittliche Frequenz in Shopping Centers der CEE Region lag im Juni 2020 bereits bei 77 Prozent jener des Vorjahres. Zurzeit entstehen in den CEE und SEE Ländern rund 1,1 Millionen m² neue Shoppingflächen. Es ist allerdings davon auszugehen, dass deren Betreiber in den nächsten Monaten mit sinkenden Mieten rechnen müssen. Während in Budapest und Bukarest - ähnlich wie in Wien - die Mietlevels für Einkaufszentren bereits leicht nach unten korrigiert wurden, sind diese in allen anderen CEE Hauptstädten bisher stabil geblieben.

Die Büromärkte verzeichneten bei den Vermietungen in allen CEE Hauptstädten im zweiten Quartal 2020 eine ähnliche Entwicklung wie in Wien, nämlich einen Rückgang zwischen 6 Prozent (Bratislava) und 60 Prozent (Bukarest). Im größten Büromarkt der CEE Region - Warschau - wurden im ersten Halbjahr 2020 rund 234.000 m² angemietet, was einen Rückgang von rund 16 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2019 bedeutet. Trotz anders lautender Prognosen kam es bei der Errichtung von neuen Büroflächen zu keinem Stillstand, in Budapest wurden z.B. mit rund 133.000 m² um mehr als 320 Prozent mehr Flächen in den ersten sechs Monaten des Jahres errichtet als im Jahr zuvor. Einzig in Bukarest wurden um 47 Prozent weniger Flächen fertiggestellt als im Jahr davor, alle anderen Städte in der CEE Region verzeichneten - wie auch Wien - ein Plus bei der Errichtung von neuen Büroflächen. „Die Krise trifft auch die CEE Region, was man an den Zahlen sieht, allerdings sind die Rückgänge signifikant geringer als in anderen Teilen der Welt. Aufgrund der wieder deutlich gestiegenen Anzahl an sich in Vorbereitung befindlichen bzw. laufenden Verkaufsprozessen, erwarten wir für 2021 eine Rückkehr auf ein ähnliches Investmentniveau wie im Jahr 2019“, so Andreas Ridder, Managing Director CBRE CEE und Österreich.

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