Immobilien Magazin

Chancen in Singapurs Wohnmarkt

Markt der Woche: Die Republik Singapur ist nach Monaco der Staat mit der höchsten Einwohnerdichte. 5,5 Millionen Menschen drängen sich auf knapp 700 Quadratkilometer.

Autor: Stefan Posch

Eine Studie über den Immobilienmarkt im asiatischen Pazifikraum, den der Immobiliendienstleister Jones Lang LaSalle (JLL) kürzlich veröffentlicht hat, sieht in Singapur für das Jahr 2017 stabile Renditen. Der Immobilienmarktzyklus in Singapur unterscheide sich von anderen großen Märkten und biete Anlegern einen attraktiven Einstieg, heißt es in der Untersuchung. Um ihren Verschuldungsgrad zu verringern, könnten REITs aber vermehrt Assets in Singapur verkaufen. Die Folge wären sinkende Mieten und Kapitalwerte.

Das Investitionsvolumen ist in Singapur im Jahr 2016 im Vergleich zum Jahr davor um 34 Prozent auf 9,4 Milliarden US-Dollar gestiegen, auch dank des katarischen Staatsfonds, der im Juni für 2,5 Milliarden US-Dollar den Asia Square Tower 1 erwarb.

Im Geschäftszentrum fallen aber seit 2014 die Büromieten und damit auch der Kapitalwert der Gebäude. Vor allem weil Mieter in neuere Bauten ausweichen. JLL rechnet mit einer durchschnittlichen Rendite im Office-Sektor von 2,5 bis 4 Prozent.

Im Retailsektor sieht JLL für Einkaufszentren in den Vorstädten weiter stabile Erträge. Anders schaut es für Malls in den Sekundärlagen aus. Diese kommen, sowohl was die Auslastung als auch die Mieten betreffen, unter Druck. 4 bis 5 Prozent Rendite lässt sich im Retailsektor laut JLL erwirtschaften.

Derzeit scheint ein guter Zeitpunkt zu sein, um in den Wohnsektor zu investieren. Seit drei Jahren sind die Preise im Sinken. Entwickler würden laut JLL gerade Rabatte und andere Anreizsysteme anbieten, um Käufer anzulocken. Zwiespältig zeigt sich der Hotelmarkt in Singapur. Zwar stieg die Zahl der Ankünfte und der Zimmerbelegungen aber niedrigere Zimmerpreise brachten die im Hotelgewerbe wichtige Kennzahl RevPAR (Umsatz pro verfügbarem Zimmer) unter Druck.