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China kauft alles und überall

Chancen auch für Österreich

Autor: Gerhard Rodler

Dank zunehmender Kapitalkraft und gelockerter rechtlicher Rahmenbedingungen in China zeigen sich chinesische Investoren verstärkt als Impulsgeber vor allem für die Immobilienmärkte in den USA, Australien und Kanada. Auch Österreich rückt langsam ins Blickfeld chinesischer Investoren. „Auch Österreich hat diesen Aufschwung gespürt“, so Alexander Hohendanner, Partner Deloitte Österreich und Leiter des Bereichs Real Estate. „International gilt: Je stabiler ein Markt ist, umso attraktiver ist er für Investoren, dies spricht für Österreich als Investitionsstandort. Hier haben wir in puncto Selbstvermarktung als international attraktiver Wirtschaftsstandort allerdings noch einiges aufzuholen.“ Besonderes Potenzial orten die Deloitte Experten bei chinesischen Investoren, die immer stärker auf internationalen Immobilienmärkten präsent sind.

Staatliche Restriktionen am heimischen Markt und damit verbundene schwindende Renditen von 1-2 Prozent führen zu einer gesteigerten Investitionstätigkeit von Chinesen im Ausland. Diese sind nach wie vor mit hohen regulatorischen Anforderungen und Offenlegungspflichten verbunden, Experten beobachten allerdings eine gewisse „Aufweichung“ der Reglements. Die Kapitalgeber orientieren sich vor allem an Märkten, in denen es bereits große chinesische Communities gibt, wie Australien, Kanada oder die USA. Bereits 2012 lag China mit 66 Milliarden Euro auf Platz 3 der größten Investoren in Übersee, für die nächsten fünf Jahre erwarten die Real Estate-Fachleute rund 400 Milliarden Euro. Eine besonders gern gesehene Asset-Klasse sind Hotels und Resorts. Die starke chinesische Reiselust und der damit indirekt beeinflussbare Erfolg „ihrer“ Hotels ist einer der Hauptgründe für die Favorisierung von Hotelimmobilien.

Einer der größten Nutznießer der chinesischen Investitionsbereitschaft ist Australien, wobei auch hier touristische Immobilien am beliebtesten sind. Insgesamt zeigt sich aber ein Wertgewinn in allen Real Estate-Klassen, was unter anderem am niedrigsten Zinsniveau in der Geschichte des Landes liegt. Zudem empfängt Australien Investoren mit offenen Armen: eine Aufenthaltserlaubnis ab einer Investitionssumme von 5 Millionen australischen Dollar ohne sonstige Auflagen.

Die österreichischen Experten leiten aufgrund der internationalen Erfahrungen für den heimischen Markt noch einiges Potenzial ab. Damit Österreich sein Stück vom „Investment-Kuchen“ abbekommt, brauche es aber in mancherlei Hinsicht ein Umdenken seitens der Politik: „Investoren suchen Sicherheit – das heißt, dass Steuerstrukturen langfristig ausgelegt sein müssen und Rulings bzw. Bewilligungsverfahren rasch abgewickelt werden. Auch ein offener Umgang mit den Menschen ist wichtig. Interessant ist auch der Umstand, dass insbesondere Chinesen gewachsenen Bestand schätzen. So werden beispielsweise traditionsreiche Immobilien in attraktiven Stadtzentren wie New York, London, Paris oder eben auch Wien sehr gerne als Wohnsitze gekauft.