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Chinas Investoren entdecken Wien

Early Birds schon da, viele ab 2020 fix erwartet

Autor: Gerhard Rodler

Die ersten Chinesen sind schon da, aber für das kommende Jahr wird mit einer wahren Welle gerechnet. Nach enormer zeitlicher Verzögerung haben chinesische Investoren nun doch noch auch den Wiener Immobilienmarkt für sich entdeckt. Die Bank of China ist ja schon seit einigen Jahren hier mit ihren Dienstleistungen aktiv, der chinesische Staatsfonds sondiert auch schon länger. Aber jetzt kommen wirklich vermögende Privatinvestoren. Einer der derzeit aktivsten privaten Investoren aus China setzt interessanterweise ausschließlich auf Wohnimmobilien, möglichst auf Altbau in den Wiener Bestlagen. Auch andere - allerdings noch sehr selektiv agierende - Investoren aus China sind aktuell eher an Wohnimmobilien interessiert, gewerbliche Immobilien sind (noch) kein Thema. Dafür sind "die Chinesen" bei ihren Investments alles andere als ertragsgetrieben. Während die Qualität (vor allem die Lage) absolut passen muss, gehen diese Investoren in Wien derzeit auch entsprechende Abstriche ein.

Allgemein wird davon ausgegangen, dass diese ersten Investmentversuche tatsächlich so etwas wie Early Birds in Wien sind und dass schon im kommenden Jahr viele folgen werden.

Aufgrund der Kapitalausfuhr-Restriktionen in China haben diese vermögenden Privaten einen Teil ihres Kapitals noch rechtzeitig nach Europa, vor allem nach Großbritannien verlagert. Nicht zuletzt aufgrund der Brexit-Diskussion tendieren immer mehr dieser Investoren, ihr Geld von dort nach Kontinentaleuropa abzuziehen. Neben Frankreich und Deutschland könnte auch Wien davon massiv profitieren.

Ein Ersatz der ausbleibenden russischen Superreichen am Wiener Luxuswohnungsmarkt sind sie freilich nicht. Derzeit geht es nur um eine sichere Anlage, nicht so sehr um einen (Zweit)Wohnsitz. Aber das könnte ja auch noch kommen.

Übrigens sind es nicht zuletzt die drohenden Verwerfungen auf dem Immobilienmarkt in China selbst, die für die im kommenden Jahr anschwellende Welle an chinesischem Kapital in Wien mit verantwortlich sind. Erst unlängst hat die chinesische Regierung eine Untergrenzen für Hypotheken-Zinsen gesetzt, um den Preisauftrieb zu stoppen.

Die Regierung geht ja seit 2016 gegen spekulative Investitionen im Wohnungsmarkt vor, um angesichts stark ansteigender Preise eine möglicherweise schmerzhafte Korrektur abzuwenden. Bis dato erfolglos.