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Chinesen werden globale Immobilien-Shopper

Eine neue Investmentgroßmacht geht auf Beutezug

Autor: Gerhard Rodler

Ein neuer globaler Investmentplayer entsteht: Chinesische Versicherungsfonds verfügen bereits über mehr als 14 Milliarden US-Dollar (10,48 Milliarden Euro) für Immobilieninvestitionen im Ausland. Märkte mit hoher Transparenz – darunter Großbritannien, die USA, Kanada, Singapur, Hong Kong und Australien – werden dabei voraussichtlich ihre wichtigsten Zielmärkte sein.

Die chinesischen institutionellen Investoren sind verglichen mit Pensionsfonds, Versicherungsfonds und Staatsfonds aus anderen Regionen hinsichtlich grenzüberschreitender Immobilieninvestitionsstrategien relativ neu im Markt. Allerdings haben chinesische institutionelle Investoren damit begonnen, ihre Investitionen in Immobilienmärkten im Ausland zu intensivieren. Dieser Trend ist durch mehrere Faktoren bedingt, darunter das begrenzte Angebot in China, eine überaus große Liquidität, eine Aufwertung der örtlichen Währung (RMB) und die vergleichsweise niedrigere Bewertung ausländischer Immobilieninvestments in den Jahren nach der Finanzkrise 2008.

Im Jahr 2012 belief sich das Gesamtvermögen der chinesischen Versicherungsinstitutionen auf 1,2 Billionen US-Dollar (898 Milliarden Euro). Neue gesetzliche Regelungen ermöglichen es diesen Institutionen, bis zu 15 Prozent ihres Vermögens in nicht selbstgenutzte Immobilien zu investieren. So sind derzeit über 180 Milliarden US-Dollar (134,7 Milliarden Euro) für Immobilieninvestments verfügbar. Aufgrund des Anlageverhaltens von Versicherungsfonds in den entwickelten Märkten in den letzten Jahren (die meisten Versicherungsfonds verwenden üblicherweise bis zu sechs Prozent ihres Anlagevermögens für direkte Immobilieninvestitionen) und unter der Annahme einer Aufteilung im Verhältnis von 80:20 zwischen dem inländischen und dem ausländischen Markt errechnet sich ein potenzielles Investmentvolumen von bis zu 14,4 Milliarden US-Dollar (10,78 Milliarden Euro). Welches chinesische Versicherer in ausländische Immobilien investieren könnten.

Wenngleich sich die Anzahl der anlagefähigen Immobilien in den aufstrebenden Märkten in den letzten Jahren stark erhöht hat, sind laut CBRE diejenigen, die über eine ausreichend hohe Qualität verfügen, in der asiatisch-pazifischen Region noch immer begrenzt, wenn man sie mit Nordamerika und Europa vergleicht. Aus diesem Grund werden sich die chinesischen institutionellen Investoren auf Investitionsmöglichkeiten bei Prime-Büroimmobilien auf internationale Gateway-Cities konzentrieren. Diese sind auf kurze Sicht in der Lage, eine stabile Anlagerendite zu generieren.

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