immoflash

conwert-Übernahme geplatzt

Haselsteiner konnte sich nicht durchsetzen

Autor: Gerhard Rodler

Die angestrebte gut eine Milliarde Euro schwere Übernahme der conwert ist - erwartungsgemäß - geplatzt: Dem ebenfalls börsennotierten Deutschen Immobilienkonzern wurden weniger als die erforderlichen 50 Prozent plus eine Aktie angeboten.

Die Deutsche-Wohnen hatte 11,50 Euro je conwert-Papier offeriert. Das war von conwert-Aktionärsvertreten schon im Vorfeld als zu niedrig bezeichnet worden - mit Ausnahme von Hans Peter Haselsteiner, der seine conwert-Aktien schon länger gerne wieder los werden will und das Angebot der Deutschen als angemessen bezeichnet hatte. Größter conwert-Einzelaktionär ist mit 24,4 Prozent der Anteile ja die Haselsteiner Familien-Privatstiftung, die hätte sich bei dem Deutsche-Wohnen-Deal lukrativ von ihren Anteilen trennen können. Haselsteiner und der Investor Karl Ehlerding hatten im Vorfeld schon gut 30 Prozent der conwert-Aktien zugesagt - unter der Bedingung, dass das Übernahmeoffert erfolgreich ist.

Bei conwert, deren Portfolio mit 2,8 Mrd. Euro rund ein Viertel des Wertes der Deutsche Wohnen (10 Mrd. Euro Ende 2014) beträgt, bleibt damit vorderhand alles beim Alten. Das betrifft auch den seit längerem laufenden Streit innerhalb der Aktionärsgruppen.

Das Management der börsennotierten Wiener conwert Immobilien Invest SE sieht die Ablehnung des Übernahmeangebots der Deutsche Wohnen AG durch die conwert-Aktionäre in einer ersten Stellungnahme als „Auftrag zur Steigerung der Rentabilität und des Shareholder Value“ des eigenen Unternehmens.

Man wolle die Verbesserung der Rentabilität weiter vorantreiben und wie angekündigt die Überprüfung der Finanzierungsstruktur zwecks signifikanter Senkung der Zinskosten starten.

Dabei könne conwert auf ein Immobilienportfolio von herausragender Qualität als wichtige Bausteine der Wertsteigerungsstrategie bauen. Das Management gehe von der Fortsetzung der Konsolidierung im Immo-Sektor in Deutschland und Österreich aus. Verwaltungsrat und Direktorium würden sich im Rahmen dieses Konsolidierungsprozesses dafür einsetzen, das bestmögliche Ergebnis für die conwert-Aktionäre zu erzielen.