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conwert landet nicht bei Deutsche Wohnen

Management will Finanzierung neu aufstellen

Autor: Gerhard Rodler

Deutsche Wohnen kommt bei conwert - jedenfalls aus Sicht heute - nicht zum Zug. Finanzvorstand Thomas Doll und Konzernchef Clemens Schneider sowie der Verwaltungsrat der conwert halten daher das Angebot der Deutsche Wohnen (11,50 Euro je Aktie) für zu niedrig.

Das 977 Mio. Euro schwere conwert-Übernahmeangebot der Deutschen läuft noch bis 15. April. Der Konzern will mindestens 50 Prozent plus eine Aktie an conwert übernehmen, 30 Prozent hat die Deutsche Wohnen schon. Eine Erhöhung des Angebots hat der deutsche Konzern definitiv ausgeschlossen. Operativ ist conwert 2014 deutlich in die Verlustzone gerutscht. Der Grund waren alte Zinssicherungsgeschäfte. Das Konzernergebnis nach Steuern drehte von +13,3 Mio. Euro im Jahr 2013 auf -8,9 Mio. Euro. Das Management will nun die Finanzierung neu aufstellen. Das Betriebsergebnis (Ebit) belief sich auf 121,6 Mio. Euro nach 123,4 Mio. Euro, wie die Gesellschaft am Dienstagabend mitteilte. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verringerte sich von 116,8 Mio. auf 109,9 Mio. Euro.

Die Mieterlöse legten indes von 227,3 Mio. auf 237,3 Mio. Euro zu - trotz Verkleinerung des Immobilienportfolios auf 30.385 Mieteinheiten (-5,4 Prozent). Die Leerstandsrate verringerte sich zum Jahresende 2014 auf 9 Prozent (10,1 Prozent). Das Immobilienvermögen wurde in einer Pflichtmitteilung mit 2,81 Mrd. Euro beziffert, das ist ein Minus von 2 Prozent.

Aus dem Immobilienverkauf hat der Konzern 2014 nur mehr 133,5 Mio. Euro erlöst, 2013 waren die Veräußerungserlöse noch bei 273,9 Mio. Euro gelegen. Die Dienstleistungserlöse schrumpften von 15,2 Mio. auf 10,5 Mio. Euro.

Die Gesellschaft hat weiters ihr Portfolio netto um 13 Mio. Euro aufgewertet, wobei die Gewerbeimmobilien um 27,1 Mio. Euro abgewertet und die Wohnungen um 40,1 Mio. Euro aufgewertet wurden, wie das Management betonte.

Der Jahresverlust war vor allem Zins-Swaps aus den Jahren 2007 bis 2010 zu schulden. Durch die weiter gefallenen Zinsen verschlechterte sich das Finanzergebnis von -74,7 Mio. auf -131,5 Mio. Euro. Davon entfielen -50,6 Mio. Euro auf unbare Kosten aus ineffektiven Swaps, 2013 hatte dieser Wert noch +5,8 Mio. Euro betragen.