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Conwert unter Vonovia-Dach

Schrittweiser Rückzug aus Österreich?

Autor: Charles Steiner

Der Aktionärsbrief der Vonovia an die Aktionäre der Conwert vergangene Woche hat offenbar Wirkung gezeigt - und auch in der Branche sprach man schon Monate zuvor von einem Angebot, das man nicht ausschlagen könne. Seit gestern ist es fix: Die Übernahme der Conwert vonseiten des deutschen Wohnkonzerns Vonovia ist geglückt. Man habe mehr als die Hälfte der Aktien einsammeln können - wieviele genau, das wird erst morgen feststehen und am Donnerstag bekannt gegeben - aufgrund unterschiedlicher Fristenläufe der jeweiligen Depotbanken. Ab 23. Dezember wurde noch für die übrigen Aktionäre, die das Tauschangebot nicht erhalten hatten, eine Nachfrist eingeräumt, die bis zum 23. März läuft. Die Abwicklung der Aktien für jene, die in der Nachfrist eintauschen, ist für Anfang April 2017 avisiert worden. Am 27. Jänner wird laut Conwert eine Hauptversammlung einberufen, bei der der Verwaltungsrat neu besetzt wird. Die Kandidaten werden, heißt es aus dem Unternehmen, Anfang Jänner feststehen.

Die Übernahme, bei der die Vonovia kein frisches Geld zuziehen musste, hatte sich der in Bochum ansässige Wohnkonzern einiges kosten lassen. Inklusive Schulden kostet eine gänzliche Übernahme 2,7 Milliarden Euro, auf die Aktien alleine entfallen etwa 1,6 Milliarden Euro, gerechnet nach dem Tauschwert von 16,16 Euro je Aktie bzw. 0,497 neuer Vonovia-Aktien. Im September hatte die Vonovia noch versprochen, dass das Listing der Conwert im ATX sowie die Zentrale in Wien erhalten bleibt. Operativ ist Österreich als Hauptmarkt aber schon jetzt Geschichte. Nach mehreren Abverkaufswellen besitzt die conwert in Österreich nur noch rund 2.500 Wohnungen, rund ein Zehntel des Deutschland-Bestandes.

Die Vonovia verweist auf 340.000 Wohnungen mit einem Portfoliowert von 24 Milliarden Euro.