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Corona-Index sieht Erholung am Bau

Bessere Personalsituation, Temperatur leicht gesunken

Autor: Charles Steiner

Obwohl am Wochenende Bayern den Katastrophenfall ausgerufen hat: Die Situation auf den deutschen Baustellen lässt die Krise nicht spüren. Im Gegenteil: Laut dem aktuellen Corona-Immobilien-Index, der dritte nach der Sommerpause, habe es auf den deutschen Baustellen zwar Einschränkungen gegeben, die Lage sei aber aufgrund der Personalsituation im grünen Bereich. Mit 37,17 Grad zeige die Bau- und Immobilienwirtschaft diese Woche lediglich eine leicht erhöhte Temperatur. Das hat auch mit einer verbesserten Personalsituation zu tun. Denn: Die Corona-Fälle auf Baustellen sind gesunken. Während in der Vorwoche noch 32 Prozent aller Baustellen betroffen waren, reduzierte sich die Zahl nun auf 14 Prozent. Die Personalsituation hat sich insgesamt stabilisiert, so dass nun bei einem Drittel aller Projekte die Arbeiten wieder ohne Einschränkungen laufen. Aber, so Stefan Stenzel, Associate Director bei Cushman & Wakefield und Initiator des Corona-Immobilien-Index: „Die Projekte scheinen sich mit der Situation arrangiert zu haben, zumindest zeigt sich eine stabile Entwicklung. Es ist zu früh, darin eine Trendwende zu sehen.“

Doch was am Bau gilt, gilt nicht für Angestellte gleichermaßen, Stichwort Homeoffice: Auf die Frage nach der Produktivität im Homeoffice antworten 58 Prozent, dass diese im Vergleich zur Arbeit am betrieblichen Arbeitsplatz gleich geblieben ist. 42 Prozent glauben jedoch, dass die Produktivität eher gesunken ist. Niemand sieht eine Steigerung der Produktivität bei der Arbeit in den heimischen vier Wänden. Moritz Koppe, Geschäftsführer emproc SYS und Initiator des Corona-Immobilien-Index sagt: „Wenn Homeoffice möglich ist, sieht die Mehrheit der Befragten darin in dieser Situation ein geeignetes Mittel. Ob sich aber die Akzeptanz des Homeoffice über die Pandemie hinweg in großem Ausmaße erhalten wird, erscheint mir für die Bauwirtschaft nach den Ergebnissen der Umfrage fraglich.“

Auf die Frage, ob sich zum Thema Homeoffice die Meinung in den vergangenen Monaten geändert hat, antworteten 42 Prozent der Befragten, sie haben sich mit dem Homeoffice arrangiert und finden es gut.29 Prozent antworten jedoch, dass sie gegenüber dem Homeoffice eher skeptisch geworden sind. Weitere 29 Prozent sehen im Homeoffice das Mittel der Wahl, um Kontakte wegen der Corona-Pandemie reduzieren, aber trotzdem arbeiten zu können.

Für die wöchentliche Erhebung haben sich aktuell ca. 900 Teilnehmer aus den verschiedenen Immobiliensektoren registriert und Auskunft über ihre Projektentwicklungen gegeben.