immoflash

Corona als Logistik-Treiber

Unternehmen brauchen flexible Lagerräume

Autor: Stefan Posch

Die Corona-Pandemie ist nach wie vor ein Treiber am europäischen Logistikimmobilienmarkt. Das bestätigt eine aktuelle Studie von CBRE, für die Anfang des Jahres mehr als 100 Europäische Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen zu ihren Plänen befragt wurden.

47 Prozent der Unternehmen gaben dabei an, langfristig flexible Lagerräume zu benötigen. 36 Prozent der Befragten wollen ihre Pläne rascher als ursprünglich angenommen umsetzen und neue Flächen anmieten. Primär dafür ausschlaggebend sind die erhöhte Nachfrage und das rasche Wachstum im Online Handel.

Die befragten Unternehmen zeigten auch Bereitschaft, sich für die Expansion in noch nicht typischen Logistikumgebungen umsehen zu wollen, außerhalb der bereits bekannten Logistik Hubs. Die Bereitschaft, neue Locations für Logistikstandorte zu wählen, war bei den Online Händlern mit 46 Prozent am höchsten, durchschnittlich lag der Wert bei 44 Prozent.

Befragt nach den Märkten, in denen neue Logistikflächen angemietet werden sollen, nannten die Unternehmen im Rahmen der Befragung Frankreich (25 Prozent), Deutschland (20 Prozent), Spanien (19 Prozent), Belgien (18 Prozent), Tschechien (16 Prozent) als Top-Märkte. „Zwar wird Österreich in der Befragung von keiner Branche als einer der Top-5-Expansionsmärkte für Logistikflächen genannt, doch erwarten wir auch hier eine weiterhin steigende Nachfrage, wie sie sich bereits in den vergangenen Monaten abgezeichnet hat“, so Franz Kastner, Teamlead Industrial & Logistics CBRE Österreich.

War der österreichische Logistikmarkt in den vergangenen Jahren primär von Eigennutzern geprägt, wird der Logistikstandort Österreich aufgrund der steigenden Zahl spekulativer Projektentwicklungen immer attraktiver. In Wien, Graz und Linz, den drei größten Logistikstandorten, sollen bis 2023 moderne und für Fremdnutzer vorgesehene Logistikflächen im Ausmaß von rund 546.000 m² entstehen. „Der Flächenbedarf war bereits in der Vergangenheit hoch, allerdings fehlte bislang das entsprechende Angebot. Die Entwickler erkennen aber zunehmend das Potential des Logistikstandortes Österreich, weshalb die Pipeline für Neuentwicklungen auf einem historischen Hoch ist“, so Kastner. Die steigende Nachfrage führte bereits im Vorjahr zu einem moderaten Wachstum bei den Mieten. Hier gibt es allerdings Unterschiede bei Nutzung und Lage: Während beispielsweise für Last Mile Objekte innerhalb der Stadt Mieten von bis zu 20,00 Euro/m²/Monat erzielbar sind, liegen sie für die klassische Big Box Immobilie deutlich niedriger. Für diese Flächen wird die Spitzenmiete in absoluten Top-Lagen 2021 auf ca. 5,80 Euro/m²/Monat steigen.