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Corona fordert moderne Wohnkonzepte

Mehr Rückzugsräume, mehr Grünflächen

Autor: Charles Steiner

Acht Wochen lang waren die Österreicherinnen und Österreicher quasi durch den Lockdown in ihren eigenen vier Wänden gefangen. Arbeiten, Wohnen, Schule, Sport, Freizeit, Kindergarten - all das fand während der verordneten Zwangspause in den Wohnungen statt. Das hat Spuren hinterlassen. Für das Wiener Architekturbüro HNP architects ist es jetzt hoch an der Zeit, die veränderten Bedingungen, die während der Corona-Pandemie aufgetreten sind, in Planung und Bau zu berücksichtigen. Florian Rode, Partner bei HNP architects, fordert daher: „In Zukunft muss in der Planung der Fokus auf gut nutzbaren Freiflächen liegen - sowohl im Wohnbau als auch im Städtebau.“

Der Ansatz von HNP architects: Der künftige Wohnbau müsse sich von der typischen starren Grundrisstypologie trennen, um flexibel auf veränderte Bedingungen und Anforderungen reagieren zu können. Florian Rode sieht künftig einen Trend zu größeren Wohnräumen, weiß aber, dass dies in starkverdichteten Städten nicht immer möglich ist: „Durch die Integration von größeren Gemeinschaftsflächen könnte mehr Raum geschaffen werden, der von den Bewohnern flexibel und vielseitig genutzt werden kann.“ So könne sich Rode beispielsweise Shared Offices in Wohnbauten vorstellen, in denen sich die Bewohner für ihr Homeoffice zurückziehen könnten.

Aber auch in den eigenen vier Wänden sieht Rode in Bezug auf Homeoffice Potenzial. Denn durch den Trend zu kleinen und kompakten Wohnungen sei die Heimarbeit im eigenen Raum nicht immer möglich gewesen. Mittels nachträglich integrierbarer Raumteiler könne laut Rode eine Atmosphäre geschaffen werden, in der Homeoffice auch in diesen Wohnungen möglich sei. Bei Mikrowohnungen hingegen seien besonders funktionale Möbel gefragt, wie ausklappbare Schreibtische, die in der Planung berücksichtigt werden können.