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Coronavirus lässt Berliner Markt kalt

Zweithöchstes Transaktionsvolumen ever!

Autor: Charles Steiner

Der Berliner Investmentmarkt zeigt sich im ersten Halbjahr durch die Coronavirus-Pandemie unbeeindruckt. Laut einer aktuellen Analyse des Immo-Dienstleisters Colliers International sei im ersten Halbjahr 2020 mit 4,5 Milliarden Euro gewerblichem Transaktionsvolumen nach dem Rekordjahr 2019 (4,9 Milliarden Euro) das zweitstärkste jemals gemessene erste Halbjahr in Berlin gemessen worden. Dass das Ergebnis so aussieht, liege daran, dass vor allem im ersten Quartal kräftig investiert wurde, im Corona-Quartal ist die Geschwindigkeit allerdings deutlich gedrosselt worden.

„Im ersten Halbjahr 2020 haben wir trotz der Pandemie bedingten operativen Einschränkungen ein nur leicht geringeres Transaktionsvolumen gegenüber den ersten sechs Monaten des Vorjahrs verzeichnet, was sowohl die nach wie vor konstant hohe Nachfrage nach Immobilien auf der einen als auch die Verfügbarkeit von Investmentopportunitäten auf der anderen Seite in Berlin bestätigt“, so Ulf Buhlemann, Head of Capital Markets bei Colliers International in Berlin.

Entsprechend des dynamischen ersten Quartals zeichnet sich zum Halbjahr ein nahezu unverändertes Bild der Investments nach Assetklassen: Büroimmobilien stehen gewohnt an erster Stelle mit 66 Prozent bzw. knapp 3 Milliarden Euro Transaktionsvolumen. Nachfolgend liegen Einzelhandelsvolumen bei etwas mehr als einer halben Milliarde Euro bzw. 12,5 Prozent. Investitionen in Hotels sind mit 6 Prozent noch knapp vor Grundstückstransaktionen, die jeweils etwas mehr als eine Viertelmilliarde Euro verzeichnen.

Größte Einzeltransaktionen des laufenden Jahres sind der Kauf des westlichen Teils des Bürokomplexes am Humboldthain durch Commodus für mehr als eine Viertelmilliarde Euro, gefolgt von der Vattenfall-Zentrale in der Chausseestraße (220 Millionen Euro) und eines Teils des Quartier Schützenstraße für knapp 200 Millionen Euro.

Befanden sich Investoren im April noch in einer regelrechten Schockstarre, hellt sich das Investitionsklima allmählich auf. So gab ein Drittel der Entscheider der Immobilienwirtschaft im Covid-19-Survey von Colliers International im März noch an, aktuell keine neuen Ankäufe zu tätigen. Bereits im April verharrten weniger als 10 Prozent der Befragten in dieser Wartehaltung.

„Im ersten Halbjahr haben wir eine sehr starke Nachfrage nach Core-Investments beobachtet, die zu konstant niedrigen Anfangsrenditen und sehr hohen Kapitalwerten gehandelt wurden“, konstatiert Kemal Zeyveli, Regional Manager bei Colliers International in Berlin. „Core-Plus- und Value-Add Investment-Strategien werden aktuell deutlich zurückhaltender und konservativer bepreist als noch am Jahresanfang. Dennoch beobachten wir aktuell ein stark anziehendes Transaktionsgeschehen in allen Segmenten gegenüber dem zweiten Quartal und erwarten ein gewerbliches Transaktionsvolumen in Berlin von etwa 7 Milliarden Euro für 2020.“