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Crowdfunding in der Tourismusbranche

WKO und ÖHT luden zur Arbeitsgruppe

Autor: Stefan Posch

Seit einem Jahr ist das Alternativfinanzierunggesetz in Kraft. Aus diesem Anlass lud die österreichische Hotel und Tourismusbank Gesellschaft m. b. H. (ÖHT), die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) und die Österreichische Hoteliervereinigung zum Think Tank „Crowdfunding - Innovation im Tourismus Gemeinsam mehr Finanzieren“.

Betriebe im Tourismussektor haben einen höheren Verschuldungsgrad als KMUs anderer Branchen. Seit Basel III haben deshalb viele Betriebe Schwierigkeiten, Projekte mittels Kredite zu finanzieren. „Mit Crowdfunding schaffen wir eine Win-Win-Situation zwischen Unternehmen, der Crowd und den Banken“, erklärte Wolfgang Kleemann, Geschäftsführer der ÖHT. Man dürfe das nicht als Konkurrenz zur konventionellen Bank verstehen.

2015 wurden Nächtigungs- und Ankunftsrekorde in Österreich erreicht, freut sich Dagmar Lund-Durlacher, Leiterin des Instituts Tourism and Service Management der Modul University Vienna. Die Umsätze würden aber aufgrund von „qualitativ geringeren Nachfrage“ und „kostengünstigere Packages“ stagnieren, so Lund-Durlacher weiter. Vor allem Betriebe im ländlichen Raum hätten Schwierigkeiten zu wachsen.

Maßnahmen könnten „ein Vorantreiben der Internationalisierung und die Bildung von Destinationen“ auch außerhalb der Städte sein. Dazu sei eine Vernetzung der Betriebe nötig sowie Qualitätsverbesserung und Produktinnovationen. Diese Maßnahmen würden aber einen erheblichen Finanzierungsbedarf erfordern, so Lund-Durlacher weiter. Die Tourismuswirtschaft bediene sich zurzeit vorwiegend über Kreditfinanzierung. Crowfunding soll ein wichtiges zusätzliches Finanzierungsmodell darstellen. Projekte für die Finanzierung würde es in der Tourismusbranche genug geben, so Lund-Durlcher weiter. Vor allem die Verbindung der Kreativwirtschaft mit dem Tourismus sieht die Professorin als wichtig an. Angebote mit einem hohen Erlebnis und Erinnerungswert könnten so geschaffen werden. Auch im Bereich Digitalisierung gebe es Nachholbedarf. Kleine Betriebe könnten sich mittels Crowdfunding im Gesundheitsmarkt etablieren. „Es gibt ein breites Potenzial für Crow Funding Projekte“, stellte Lund-Durlacher fest.