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Dämpfer für Bürovermietungen erwartet

Schuld daran ist der hohe Vorvermietungsgrad

Autor: Charles Steiner

Nach nur rund 45.000 m² fertiggestellter Büroflächen im Vorjahr, ist das Neubauvolumen heuer mit etwa 150.000 m² wesentlich größer. Dennoch erwartet die Danube Property Consulting Immobilien (DPC) für heuer einen Dämpfer bei den Bürovermietungen. Schuld daran ist allerdings nicht die Corona-Pandemie, sondern vielmehr der hohe Vorvermietungsgrad im Vorfeld der Fertigstellungen. Das geht aus dem Büromarktbericht von DPC für das heurige Frühjahr hervor, der gleichzeitig einen sinkenden Büroleerstand prognostiziert. Dennoch: Im weiteren Jahresverlauf sei aufgrund von Covid-19 mit viel Unsicherheit zu rechnen, da viele Arbeitgeber auch die veränderten Arbeitsbedingungen - Stichwort Homeoffice - berücksichtigen müssten. Da würden im weiteren Verlauf Themen wie Optimierung des Flächenbedarfs, sowie die Änderung bzw. Überdenkung der Großraumbürokonzepte an Relevanz gewinnen.

Nachdem im Vorjahr mit einem Gesamtinvestmentvolumen von knapp sechs Milliarden Euro ein Alltime-High erreicht worden war, erweist sich der Jahresbeginn noch etwas verhalten, so DPC. Aktuell sei sowohl auf Käufer- als auch auf Verkäuferseite ein Abwarten feststellbar. Die Assetklassen entwickelten sich unterschiedlich; Büroimmobilien blieben nach wie vor die wichtigste Anlageklasse für Investoren, bei langfristig vermieteten Objekten ist kaum bzw. nur minimal mit Preisreduktionen zu rechnen. Objekte mit größerem Leerstand werden durch die Unsicherheit einen Anstieg der Rendite mit sich ziehen. Wohnimmobilien gewinnen seit Jahren zunehmend an Bedeutung und erweisen sich als krisenresistente Assetklasse. Logistikimmobilien könnten sich als "Gewinner" der Corona-Krise herauskristallisieren, hier erwartet DPC keine großen Änderungen bei der Spitzenrendite bei gut vermieteten Objekten in optimaler Lage zu erwarten. Der Retail-Sektor hat die Krise in den letzten Monaten durch Mietausfälle, Einbußen durch Umsatzmietvereinbarungen und Insolvenzen der Mieter am deutlichsten zu spüren bekommen. Durch das erhebliche Sinken des Mietniveaus wird erwartet, dass das Interesse der Anleger sinkt und die Preise negativ beeinflusst werden. Dennoch würden Investoren mittlerweile verstärkt auf Bonität und Krisenresistenz der Mieter achten, bei Leerständen oder Mietausfällen sei mit hohen Risikoaufschlägen zu rechnen, schätzt DPC ein. Für das heurige Jahr werde der Investmentmarkt jedenfalls eine Verschnaufpause einlegen, Anteile der Volumina in Retail- und Hotelimmobilien verlagern sich Richtung Logistik.

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