Immobilien Magazin

Darum will HBC an Kaufhof festhalten

Wie der immoflash berichtete, will der Hundson's Bay Aktionär Land and Buildings, dass das Europageschäft samt Warenhauskette Kaufhof aufgegeben wird. Denn derzeit werden noch Verluste geschrieben.

Autor: Charles Steiner

Die Halbjahreszahlen von Kaufhof-Eigentümer Hudson's Bay (HBC) haben es in sich. Denn der Verlust ist höher ausgefallen, als man es sich erhofft hatte. Im Bilanzbericht, der dem Immobilien Magazin vorliegt, wurde für das zweite Quartal ein Verlust von 201 Millionen kanadischer Dollar (136 Millionen Euro) ausgewiesen, im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es noch minus 142 Millionen kanadische Dollar. Mit ein Grund für den Verlust: Das Europageschäft, das weitestgehend aus der Warenhauskette Kaufhof besteht - jene Kette, um die sich vor zwei Jahren ebenfalls Rene Benko von der Signa bemüht hatte. Dort sank nämlich der Umsatz um 2,8 Prozent - deshalb, so HBC, weil die Kundenfrequenz gesunken sei. Wenigstens sei aber der Umsatz pro Kunde gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Der mit mehr als fünf Prozent an HBC beteiligte Aktionär Land and Buildings hatte daher in mehreren Schreiben die HBC aufgerufen, das Europageschäft aufzugeben und sich auf das Kerngeschäft in Kanada zu besinnen. In einem offenen Brief heißt es etwa: „Verkauft Kaufhof“. Und erklärte gleich, dass es einen Kaufinteressenten mit „ernsthaften Absichten“ gäbe.

Davon will man bei HBC nichts wissen. In einem Schreiben bekräftigte HBC, dass man fest zur Marke Kaufhof stehe. So wird in diesem Schreiben HBC-CEO Jerry Storch zitiert: „Unser Bekenntnis zum deutschen Markt und zu unseren Investitionen in ganz Europa ist stärker denn je. Auch wenn der Markt für Textilwaren und Kaufhäuser global herausfordernd ist, und sich das Geschäft zunächst langsamer entwickelt als erhofft, denken wir langfristig. Das Team von Galeria Kaufhof hat unsere volle Unterstützung zur Umsetzung seiner strategischen Pläne. Wir halten die Versprechen, die wir bei unserem Markteintritt in Europa gemacht haben." Hierzu gehörten auch die Investitionen und die Modernisierung von Galeria Kaufhof, ein beschleunigtes Wachstum des Online-Geschäfts, die Einführung vom Nobelkaufhaus Saks OFF 5TH in Deutschland und der Ausbau der europäischen Firmenzentrale in Köln zum HBC Europe Service-Center im Zuge der weiteren Expansion.“ In den kommenden Jahren soll etwa eine Milliarde Euro in die Modernisierung der Häuser fließen - und auch der Umbau in Richtung Omnichannel-Markt soll entsprechend forciert werden.

Zu den Verlusten in der Halbjahresbilanz erklärte Jerry Storch überdies, auf die zweite Jahreshälfte setzen zu wollen. Gerade das stark wachsende Onlinegeschäft, die Expansion ins Ausland sowie der Launch der Luxusmarke Saks Fith Avenue sowie eben die Kaufhof-Filialen sollen in dieser Hinsicht ein Motor sein. Überdies hatte HBC vor drei Tagen bzw. gestern in den Niederlanden drei eigene Hudson's Bay-Filiale eröffnet, weitere folgen noch in diesem Monat - was wiederum eine Maßnahme hinsichtlich des Wachstums in Europa darstellt.

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