Immobilien Magazin

Das steht im Deal um den Klagenfurter Flughafen

Monatelang wurde gerätselt, wie der Verkauf von rund 75 Prozent der Anteile am Klagenfurter Flughafen an die Lilihill Group abgewickelt worden war. Nun liegen die Kaufverträge vor.

Autor: Charles Steiner

Vor etwa genau einem Jahr hat der die Lilihill Group um Immobilieninvestor Franz-Peter Orasch die Mehrheitsanteile, das sind 74,9 Prozent, des Flughafens Klagenfurt erworben. Seitdem wurde immer wieder um die Inhalte des Vertrags gerätselt, nach außen gedrungen ist dabei nichts. Bis jetzt: Nun wurden vonseiten des Landes Kärnten die Verträge zum Verkauf des kleinsten Flughafens Österreichs vorgelegt. Darin geregelt sind sowohl künftiger Betrieb als auch Kapitalausstattung und Gesellschafterrechte und- Möglichkeiten.

Wie aus dem Vertragswerk, das dem immo7 vorliegt, hervorgeht, leiste der Investor, also die Lilihill Group, sowohl eine Kapitalerhöhung in der Höhe von 3,5 Millionen Euro sowie einen Gesellschafterzuschuss von rund 4,6 Millionen Euro, aufgeteilt auf zwei Jahre, und verpflichtet sich dabei, den Flughafen wie gehabt öffentlich zu führen. Gibt es wichtige Entscheidungen, etwa Anteilsübertragungen an Personen, die noch nicht Gesellschafter sind oder Investments über zwei Millionen Euro pro Jahr, verlangt der Vertrag dezidiert eine Einstimmigkeit von Mehrheitseigentümer Lilihill sowie den Minderheitseigentümern, dem Land Kärnten und der Stadt Klagenfurt. Das gelte sogar bei ansonsten üblicher Zweidrittelmehrheit. Auch sei man auch nur ab einer 95-prozentigen Anwesenheit des Stammkapitals beschlussfähig. Zudem haben sich Stadt und Land eine Call-Option zusichern lassen, falls der Mehrheitseigentümer die Vertragsverpflichtungen nicht einhält oder die Passagierzahl auf unter 100.000 sinkt. Man könne dann die Anteile zurückkaufen, auch ein Vorkaufsrecht habe man sich einräumen lassen.

Auch habe sich Lilihill verpflichtet, den Flughafen Kärnten, der in den vergangenen Jahren geschwächelt hatte, in betriebssicherem Zustand zu halten, eine sachkundige Person für Leitung von Flugbetrieb- und Verkehr einzusetzen. Auch solle man sich "bemühen, dass zumindest eine Flugverbindung zu einem internationalen Hub, etwa wie derzeitig bereits vorhanden zum Flughafen Wien, besteht.

Lilihill hatte vor Vertragsunterzeichnung für den Klagenfurter Flughafen einen Strategieplan bis 2022 vorgelegt, der durch den Vertrag jetzt auch umgesetzt werden soll. Dieser sieht unter anderem die Veräußerung nicht betriebsnotwendiger Immobilien im Bedarfsfall vor. Als Ziel hatte sich die Lilihill ein jährliches Passagieraufkommen von 700.000 Fluggästen pro Jahr gesetzt.