Immobilien Magazin

Das war der Bundestag 2016

Der 43. Bundestag der Immobilien- und Vermögenstreuhänder ist heute Nachmittag zu Ende gegangen. Die Schlüsse, die die Branche zum Thema "Verändert" zieht: Herausforderungen können nur gemeinsam gemeistert werden.

Autor: Charles Steiner

In kaum einer Zeit war so viel im Wandel. Die Technologie entwickelt sich rasant, es sind heutzutage Dinge möglich, die man sich vor 20 Jahren nicht vorstellen konnte. Gleichzeitig gibt es auch einen politischen Wandel, Supermächte von einst sehen sich anderen, weiteren Playern gegenüber. Damit wird auch die Migration befeuert. Durch die Auseinandersetzungen im Nahen Osten muss die westliche Welt mit Millionen Flüchtlingen auskommen. Was das mit der Immobilienwirtschaft zu tun hat? Alles. Das war zumindest der Tenor des 43. Bundestags der Immobilien- und Vermögenstreuhänder, der heute zu Ende gegangen ist. Denn der gesellschaftliche und technologische Wandel stellt auch die Immobilienbranche vor Herausforderungen.

Durch die technische Entwicklung - besonders im Bereich der Datenverarbeitung - ergeben sich für Makler etwa neue Möglichkeiten. Das Stichwort hierbei: Die Synchronisation zwischen den Endgeräten. So kann der Makler seine Daten an jedem Ort - vor allem aber unterwegs - bereitstellen oder auch aktualisieren. Das ist die positive Seite. Allerdings treten die Befürchtungen auf, dass durch Onlineplattformen Makler in den Hintergrund gedrängt würden. Schließlich findet heute die Immobiliensuche vorwiegend im Internet statt. Allerdings, und das weiß der Endkunde oft nicht: Der Makler kann für seine Dienste eine Gewährleistung anbieten, eine Onlineplattform kann das nicht. Wie der Wandel hier vollzogen werden will? Durch engere Zusammenarbeit. Unter den Teilnehmern des Bundestags war sehr oft zu hören, dass man Konkurrenzdenken ablegen muss. Im Gegenteil, Makler sollten enger kooperieren, war unter den Besuchern der Tenor.

Die Flüchtlingskrise, die durch den Krieg in Syrien aufgetreten war, ist in Österreich stark zu spüren. Denn die Geflohenen benötigen, wenn sie einen anerkannten Asylstatus haben, vor allem eines: leistbares Wohnen. Besonders in Ballungszentren sind diese allerdings immer seltener. Und verschärft wird diese Situation außerdem noch durch den Umstand, dass auch viele Menschen aus dem ländlichen Raum in die Städte zieht. Und da war oft zu hören, dass manche gesetzlichen Bestimmungen zu starr - und zu veraltet sind. Oder Grundstücke zu teuer. Um eben das Thema zu lösen, erwartet man sich mehr Flexibilität in der Gesetzgebung.

Was sich ebenfalls wandelt, ist, wie die Menschen wohnen wollen. Die "eigenen vier Wände" mit Fenstern und Türen sind mittlerweile zuwenig. Wohnen bewegt sich auf die Zielgruppe zu. Senioren wollen einerseits barrierefreie Wohnungen, die im Idealfall auch noch betreubar sind, um möglichst bis ins hohe Alter autark sein zu können. Demgegenüber gibt es immer mehr Singles, die wenig Wohnraum brauchen, diesen allerdings für sich allein beeinspruchen. Das alles in Einklang zu bringen mit begrenztem Platzangebot, ist ebenfalls eine Herausforderung, die es zu lösen gilt.

Beim Bundestag der Immobilien- und Vermögenstreuhänder gibt sich die Branche optimistisch und kämpferisch. Man könne die Herausforderungen lösen, man ist bestens aufgestellt und das Networking sichere auch die engere Kooperation, war zu hören. Zumindest die Immobilienwirtschaft braucht keine Angst vor der Zukunft zu haben.