Immobilien Magazin

Das wird alles neu beim E-Commerce

Nicht nur der Handel ist im Wandel, auch beim Onlinehandel wird es über die kommenden Jahre einige Neuerungen geben. Der Zahlungsanbieter Klarna hat einigeTrends identifiziert.

Autor: Charles Steiner

Der stationäre Handel ächzt, weil der Onlinehandel zunehmend Marktanteile abzieht, und sucht nach neuen Konzepten, um Kunden wieder zurückzugewinnen. Das gleicht mit mehreren Strategien: Omnichannel, Click & Collect, Gastro- und Entertainmentflächen, um die Verweildauer zu erhöhen, gezielte Markenbildung. Man stellt sich also auf den Onlinehandel ein. Doch auch der E-Commerce wandelt sich und entwickelt sich neu - und das kann mitunter auch für Retailer neue Herausforderungen bringen. Der europäische Zahlungsanbieter Klarna hat jetzt untersucht, welche Trends sich im Onlinehandel herauskristallisieren - und zwar schon dieses Jahr.

Denn: Etwas, was sich bereits heuer schon einstellen könnte, ist die Tatsache, dass, so Klarne, Kunden sofort und überall einkaufen wollen. Das heißt, dass dass Einkäufe nicht länger als ein paar Sekunden dauern dürfen - ein Umstand, dem auch jene Einzelhändler Rechnung tragen müssen, die Omnichannel oder Click & Collect anbieten. Mittlerweile beginnen nämlich Onlinehändler auch, Channels wie Youtube oder Blogs Bilder von beworbenen Produkten mit „Jetzt Kaufen“-Buttons versehen, wonach eine schnelle Transaktion möglich ist. Klarna zitiert dabei Toby Pickard, Leiter Insight, Innovation and Futures beim Forschungsinstitut IGD: „Wir werden sehen, dass Einzelhändler zunehmend darüber nachdenken (müssen), jeden Moment einkaufbar zu machen.“

Auch die Zahlungsmodalitäten- und Methoden wandeln sich: Bislang musste man beim Onlineshoppen für das physische An- und Ausprobieren nach wie vor eine Kredit- oder Debitkartennummer angeben und die Ware bezahlen, bei Nichtgefallen oder weil das Produkt nicht passend ist, wurde der Betrag rücküberwiesen. Ein Bonus für stationäre Händler war - beim regulären Einkaufen muss man das nicht. Doch auch das hat der E-Commerce erkannt, weswegen bereits heuer bei einigen Anbietern die Möglichkeit zur Anprobe bzw. Ausprobieren ohne vorherige Bezahlung eingeräumt werden wird. Gerade für die Bekleidungsbranche - und vor allem Textileinzelhändler - ist das von Relevanz. Dort könnten dann entsprechende Plattformen, Klarna rührt da für sich die Werbetrommel, zwischengeschalten werden, wo mit einem entsprechenden Kundenkonto nur mehr bezahlt wird, was auch tatsächlich konsumiert wurde.

Omnichannel wird hingegen nicht nur von stationären Händlern eingesetzt, auch reine Onlinehändler wie Amazon bedienen sich der Strategie und richten stationäre Shops ein. Und auch wenn sich Online- und Offline gegenseitig unterstützen, so Klarna, sei noch ungewiss, wie das Experiment zwischen Online- und Offline langfristig harmonieren wird. „Die vielen Gewinnwarnungen und die Anzahl der Schließungen von Geschäften zeigen, wie schwierig es für viele Unternehmen ist, sich an die Welt des E-Commerce und der Globalisierung anzupassen“, wird Johan Lidenmark, Chief Digital Officer des Sportfachhandels Intersport von Klarna zitiert. Aber: Es gibt auch hier die ersten Ansätze: Nämlich kostenlose und umfassende Beratung im stationären Shop und Einkauf über Onlinekanäle. Das Zauberwort heißt hier: Langfristige Kundenbindung. Auch die Lieferdauer soll kürzer werden. In den XXL-Stores in Stockholm sei bereits eine Lieferung eine Stunde nach Bestellung möglich. Doch in diesem Falle müsste dann auch die Logistik nachrüsten.