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Der Beständige

Horst Lukaseder tut jetzt das, was er eigentlich immer schon getan hat: spannende und vor allem leistbare Immobilien entwickeln. Und doch ist seit einiger Zeit alles ein wenig anders. Jetzt ist er nämlich Unternehmer.

Autor: Gerhard Rodler

September, das ist ein magisches Datum im Leben von Horst Lukaseder. Da begann nämlich in gewisser Hinsicht ein neues Leben für den langjährigen Immobilienmanager. Vom Manager zum Unternehmer ist es in der Immobilienbranche an sich ja vielfach nur ein kleiner Schritt in die Rolle des Unternehmers, weil bei der mehrheitlichen Kleinteiligkeit der Immobilienbranche in den Unternehmen ohnedies jeder Manager sehr viele Unternehmensbereiche abdecken muss. Und doch ist es in gewisser Hinsicht ein neues Leben. Der Schritt erfolgte vor genau drei Jahren. Es war im September 2014. Und es war ein glückliches Zusammentreffen von zwei parallelen Entwicklungen. Denn Lukaseder war damals nach über zwei Jahrzehnten beim Bauträger wvg auf dem Sprung in die Selbständigkeit. Die Skills dafür hatte er sich ja angeeignet. Immobilienprofis Karl Derfler, Franz Helbich, Robert Happel und Edmund Bauer hatten genau zur gleichen Zeit gerade die Idee, neben ihrem Firmen ein weiteres Unternehmen, nämlich eine Bauträgerfirma zu gründen. Grund damals war, dass es für die aktuell starke Nachfrage nach Immobilien nicht einmal ansatzweise ausreichend Angebote am Markt gab. Eine Situation, die sich bis heute nicht verändert hat, aber das ist eine andere Geschichte. So fanden sie im besagten September 2014 zueinander - und gründeten die gemeinsame "VIE - Vienna International Engineers".

Das "International" gleich am Beginn war übrigens kein Größenwahn, sondern der Tatsache geschuldet, dass die Partner wie viele andere auch zu dieser Zeit gerade in Berlin sehr aktiv und auch erfolgreich waren. Und, dass daher der blutjunge Bauträger bereits jetzt eine 67-prozentige Beteiligung an einem Berliner Bauträger hält. Und hier das erste Projekt auch bereits umgesetzt werden konnte. Aber auch das ist eine andere Geschichte. Beruflich scheut er jedenfalls auch das kalkulierte Risiko nicht, wenn es mal notwendig erscheint. So investiert er in Grundstücke, über die sich "kein anderer drüber getraut hatte". Beispielsweise bei einem Projekt in Wien-Floridsdorf. Da wurde in eine Liegenschaft investiert, wo eine Gasleitung und zwei Wasserleitungen durch geführt worden sind. Für Bauträger, die ja auch Keller und Garagen einbauen müssen, ein no go. Selbst in Zeiten von extrem knappen Grundstücken in Wien. Lukaseder wagte es, schaffte die Verlegung - und verkaufte die Liegenschaft sogar noch vor Bauverhandlung an die ERSTE Immobilien KAG als forward purchase. Der Lohn des Mutigen. Das ist die eine Seite von Lukaseder, der sein Unternehmen bin zwei Jahren von null weg aufgebaut und zwischenzeitlich in der Branche auch imagemäßig gut verankert hat. Immerhin ging es ja erst mit der abgeschlossenen Firmengründung Mitte Dezember 2014 es richtig los, und zwar mit zwei Projekten in Wien. Genau wurde in der Stadlauerstrasse 44 und in der Gerasdorfer Straße 131 gebaut. Horst Lukaseder ist freilich nicht nur ebenso risikobewusst, wie auch offen, dafür. Er hat auch noch einen Charakterzug, der wieder eine ganz andere Seite von ihm zeigt. Das Leben davor nämlich zeigt diesen für langfristigen Erfolg gerade in der Immobilienbranche wichtigen: Beständigkeit und das Denken und Handeln auf einer sehr kontinuierlichen Basis.

Familienmensch. “Meine Frau und meine Kinder sind der zentrale Punkt meines Lebens”

Lukaseder, der Beständige

23 Jahre lang war er zuvor beim Wiener Wohnbauträger wvg beschäftigt. Und wer die wvg kennt, der kann sich denken, dass es wohl spannende und mitunter auch in gewisser Weise turbulente Zeiten gewesen waren. Viele Stationen hatte er in diesen Jahren durchlaufen. Zuletzt war er dort als Verantwortlicher für die Projektentwicklung und das Projekt-management, aber auch persönlicher Assistent von wvg-Gründer Jörg Wippel. Eine gute Schule war das alles allemal. Horst Lukaseder ist indessen auch einer, mit einem guten Riecher. Für Grundstücke (siehe den Deal mit der ERSTE Immobilien KAG), wie auch im Job selber.

Lukaseder, der Innovative

Der Absprung von der wvg 2014 war auch zeitlich gut gewählt. Immerhin erklärte Firmengründer Jörg Wippel eineinhalb Jahre später seinen Rückzug auf Raten. Was man über Horst Lukaseder vielleicht nicht so weiß: er hat auch einen "grünen Daumen". Hätte man ihm gar nicht zugetraut. Der eigene Garten rund um sein selbst gebautes Einfamilienhaus ist nicht unbedingt sein Steckenpferd. Dafür hat er aber gleich 17.000 Blumenzwiebel gekauft, um eine "grüne Ader" anlegen zu lassen, die sich vom Hof bis zum Dach hinaus erstreckt. Das Immobilienprojekt dahinter nennt sich "Living Garden", ist eines der innovativsten in Wien und befindet sich in der Wiener Seestadt in Aspern. Es handelt sich um ein bewachsenes Wohnhaus, wie man es bislang nur aus Kopenhagen oder Paris gekannt hat. Und, es ist schon jetzt auch ein wirtschaftlicher Erfolg. Immerhin wurde auch dieses Projekt mit rund 4500 Quadratmetern Wohnfläche bereits vor Baubewilligung an eine Vorsorgekasse verkauft.

Lukaseder, der Joviale

Wer Horst Lukaseder kennenlernt, wird ihn wohl am meisten mit "jovial" und "Mensch mit Handschlags Qualität" bezeichnen. Und als einen, der ohne Allüren auskommt. Und ohne verbrannter Erde. Einer, auf den so gut wie keiner schlecht zu sprechen ist - was nach gut einem Vierteljahrhundert in der Branche schon eine gewisse Kunst ist. Der seit 15 Jahren verheiratete Vater zweier erwachsener Kinder (20 und 22 Jahre) ist auch privat gesellig. Nach einer 1999 durch den Hausbau beendeten Fußballkarriere übernahm er im Verein - nach langen Jahren der Abstinenz - die Obmannschaft. Wahrscheinlich stammt aus dieser Zeit die Freude am Teamspiel - und die nötige Portion "Sportsgeist", um in Zeiten wie diesen "ins Tor zu treffen", also zu geeigneten Baugrundstücken zu kommen. Da passt es auch ins Bild, dass er sein mittlerweile bereits elfköpfiges Unternehmen besonders teamorientiert und mit kaum wahrnehmbaren Hierarchiestufen führt. Und in gewisser Hinsicht weht im Unternehmen wohl noch der jugendliche Geist eines Start-up-Unternehmens - auch wenn das auf die Vienna International Engineers mit Sicherheit nicht mehr zutrifft. Immerhin ist Lukaseder dank diesem zugegebenermaßen enormen Startvorteil auch schnell seinem Vorhaben, gleichzeitig im Schnitt zwölf Projekte zu bearbeiten, schon sehr nah gekommen.

Der Unternehmer-Mensch

Lange hat das Gespräch mit Horst Lukaseder gedauert. Sehr lange - und es war ohne Unterbrechung spannend und interessant. Erst beim Schreiben dieses Artikels bin ich draufgekommen, dass es sich die meiste Zeit weniger um seine Person, als um sein Unternehmen gehandelt hatte. Nicht aufgesetzt und als Unternehmenswerbung, sondern ganz so, als ob das Unternehmen ein Teil seiner selbst ist. So authentisch, das ich gar nicht gemerkt hatte, dass es um's Unternehmen und nicht um die Person ging. Das passiert mir selten. Keine Frage: Die Symbiose Lukaseder und Vienna International Engineers ist bereits erfolgt. Lukaseder ist im Unternehmertum voll angekommen. Mit Haut und Haaren.

Lukaseder in Kürze

Horst Lukaseder ist Geschäftsführender Gesellschafter der VI-Engineers Bauträger GmbH - mit 25 Jahren Erfahrung. So fungierte er von 1991 bis 2014 bei der Firma Wohnhausverbesserungs GesmbH und darauffolgend bei der wvg zunächst als Techniker, dann Leiter der technischen Abteilung und später Leiter der Liegenschaftsabteilung. Ab 1999 wurde er Teil des Bauträger-Projektmanagements. Zuletzt betreute er in der wvg Geschäftsleitung die gesamten operativen Belange des Bauträgers in Vertretung des Geschäftsführers. Seit Gründung der VI-Engineers Bauträger im Oktober 2014 widmet sich Horst Lukaseder dem Aufbau und Strukturierung des Bauträgers.

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